Bockhorn Vor der St.-Cosmas-und-Damian-Kirche zu Bockhorn wurden am Mittwochabend noch die letzten Marktbuden abgebaut, da wurde drinnen ein ganz anderer Ton angeschlagen. Geistliche Musik und Folklore, vorgetragen in Griechisch, Lateinisch, Russisch und Deutsch: Für Pastor Thomas Piesker war das Konzert des Männerchores des Heiligen Wladimir aus Moskau eine Fortsetzung seines Ökumenischen Marktgottesdienstes.

Dazu passte, dass der Evangelische Kirchenchor unter Leitung von Heide Hensel den musikalischen Rahmen für die orthodoxen Kirchenweisen darbrachte. Nikolaj Boglewskij führte durch das Programm seiner Sangesbrüder. Seit vielen Jahren kommt der Chor auch in die Friesische Wehde und sammelt dabei Spenden für ein Kinderkrankenhaus in Moskau ein, in dem arme, schwerkranke Kinder gepflegt werden, die sich sonst diese Medizin nicht leisten können. Organisiert wurde die Tour durch die Wehde von Ingeborg und Dieter Höcke aus Bockhorn.

Und dann wurde sie lebendig, die russische Seele, die sozialreligiöse Schwermut Tolstojs, die innere Verzweiflung Dostojewskijs in den getragenen russischen Liedern. Ausgebildete Sänger bilden den Chor, einer verfügt mit drei anderen über die tiefste Bassstimme – weltweit, wie Joachim Hensel zu berichten wusste. Griechisch-Orthodoxe Karfreitagsliturgie, das Kyrie Eleison, der Schlusschoral aus Bachs Johannes-Passion bildeten den Kirchenteil, Volkslieder, die die Mönche sonst im Speisesaal singen, Kosaken-Trauer um die Tränen ihrer Lieben, natürlich die Abendglocken erklangen. Selbst die Fußballerhymne „So ein Tag, so wunderschön wie heute“ bekam hier eine poetische Wirkung.

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Nikolaj Boglewskij bedankte sich bei den Höckes und bei allen, die den Russen Herberge gewährt hatten, für die „tolle Gastfreundschaft“. Piesker wiederum dankte dem Chor dafür, „den Kirchenraum zu seiner Entfaltung gebracht zu haben“.

Zu den Höhepunkten des Konzertes gehörte: „Sag’ mir, wo die Soldaten sind, was ist geschehen. Über den Gräbern weht der Wind, wann wird man je verstehen?“ Boglewskij: „Vielleicht haben wir wirklich zu viele Kriege erlebt.“ Piesker: Dieses Lied von Russen in dieser Kirche gesungen, „das ging unter die Haut“.

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