Zetel „Die Menschen kommen nach Deutschland und haben hier sofort ein Sprachproblem“, sagt Helga Hentschel. „Aber sie müssen keinen Deutsch-Kurs machen, um komplizierte Worte zu lernen, wie: Ich erdolche dich aus Eifersucht. Nein, sie brauchen Wortschatz für den Alltag.“ Helga Hentschel unterrichtet drei Mal in der Woche Flüchtlinge und hilft ihnen, nach und nach Deutsch besser zu verstehen und sich in Deutsch mitteilen zu können. Der Kursus ist ein Angebot des Vereins „Arbeit und Leben Oldenburg“.

Die Männer und Frauen sitzen an einem langen Tisch, vor ihnen liegen Arbeitsblätter mit deutschen Sätzen. „Ich habe Husten“, steht da, oder „Mein Kopf tut weh“. Passend zur Erkältungszeit stand am Dienstag das Thema Krankheit auf dem Programm. Unter die deutschen Sätze schreiben die Kursteilnehmer die Worte in ihrer Muttersprache – einige mit den Farsi-Schriftzeichen, die im Iran geschrieben werden. Oben Deutsch, unten Farsi. Aber wie erklärt Helga Hetschel Leuten, die kein Wort Deutsch sprechen, dass da der Satz „Ich habe Husten“ steht? „Ich bin eine sehr gute Pantomime und außerdem male ich viele Bilder“, sagt sie mit einem Lachen. Und dann ist da noch der 21-jährige Edison aus Albanien, der zwar erst seit drei Monaten in Deutschland ist, aber die Sprache schon gut spricht. Er will kein Leben in Deutschland ohne Worte.

„Mir gefällt diese Sprache. Ich habe sie schnell gelernt. Nur das Schreiben ist schwer. Ich brauche noch etwas Zeit“, sagt er. Er hilft Helga Hetschel als Dolmetscher. Der Grund, warum das mit dem Lernen so gut klappt, sagt Helga Hetschel, sei vor allem, dass die Kursteilnehmer eifrig, motiviert und fleißig seien. „Die, die hier sind, haben ja auch Ziele, und die Sprache ist der Weg dahin.“ Natürlich bringt Helga Hetschel den Kursteilnehmern auch die Kultur näher: „Als Zeteler Markt war, haben wir natürlich darüber gesprochen, was der ganze Trubel soll. Und beim Markt habe ich dann einige gesehen, wie sie fassungslos vor einem riesigen Karussell standen.“

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Helga Hentschel ist seit März für eine geringe Aufwandsentschädigung dabei. Sie würde sich über Unterstützung freuen: „Wenn jemand da wäre, der sich während des Kurses um die Kinder kümmert, das wäre schön. Auch die Kinder lernen spielerisch sehr schnell.“ Freiwillige Helfer können sich unter Tel. 04453/4839090 beim Mehrgenerationenhaus melden.

Sandra Binkenstein Varel / Redaktion Friesland
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