VAREL Eva Guddat steht im Wohnzimmer vor ihrem Bücherregal, in dem Literatur auf Deutsch, Schwedisch und Englisch steht, und nimmt ein Buch heraus. „Das hat mein Vater über seine Tätigkeit als Pfarrer in Tansania geschrieben.“ Das ostafrikanische Land hat das Leben der Familie geprägt. „Ich bin dort geboren und habe dort mehrfach jahrelang gelebt.“ Eva Guddat, 63, hat in Tansania auch ihren Ehemann Hartmut kennengelernt. Er ist Deutscher, sie Schwedin. Sie leben mit Unterbrechung seit 1986 in Obenstrohe und reden Englisch miteinander. „Das haben wir von Anfang an gemacht“, erzählt Eva Guddat. „Unsere Geheimsprache ist Kisuaheli , die Amtssprache in Tansania“, ergänzt sie lächelnd. Bei so viel Internationalität wundert es nicht, dass eines ihrer drei Kinder in Tansania, eines in Schweden und eines in Deutschland, im Vareler Sankt-Johannes-Hospital, geboren wurde.

Wie ihre Mutter wurde Eva Guddat Erzieherin. „1974 hat mich die protestantische Kirche in Schweden gefragt, ob ich als Erzieherin nach Tansania gehen und eine Kindertagesstätte aufbauen möchte.“ Drei Jahre arbeitete sie dort und bildete auch einheimische Frauen aus. 1981 zog es sie ein zweites Mal für fünf Jahre nach Tansania. Auf dem Gelände war eine Kindertagesstätte und eine Sprachschule, in der ihr späterer Ehemann als Lehrer und Entwicklungshelfer arbeitete. „Im Kindergarten wurden Einheimische und Kinder aus aller Welt betreut. Mir war es wichtig, dass auch die ausländischen Kinder Kisuaheli lernen“, betont Eva Guddat die Bedeutung von Integration.

Obwohl Familie Guddat 1986 in Obenstrohe heimisch wurde – Hartmut Guddat ist Lehrer am Lothar-Meyer-Gymnasium – lockte Tansania ein drittes Mal: von 1991 bis 1994. „Unser gemeinsames Interesse ist Tansania“, sagt Eva Guddat. Dort hat uns mein Vater auch getraut.“

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Schweden hat im Leben von Eva Guddat selbstverständlich auch immer eine große Rolle gespielt. Ihre drei Kinder sprechen perfekt Schwedisch und Deutsch. Auch ihr Mann beherrscht die skandinavische Sprache. „Ich liebe Schweden im Sommer, im Winter ist es mit zu kalt und zu dunkel.“ Den schwedischen Mittsommer genießt die Familie jedes Jahr. „Wir teilen uns mit meinen Geschwistern ein Ferienhaus.“

Wer Schwedisch lernen will, kann dies bei Eva Guddat an der Volkshochschule in Varel. Die Erzieherin ist auch als pädagogische Mitarbeiterin an der Grundschule Oben-strohe tätig. An Friesland schätzt sie das offene Land und die Leute. „Ich mag die Menschen hier und fühle mich geborgen.“ Mit dem Perfektionismus der Deutschen und damit, das hier alles geplant wird, komme sie gut klar. „In Schweden ist es weniger stressig, weil sie nach dem Motto leben: alles regelt sich.“

Christoph Koopmeiners Wildeshausen/Dötlingen / Redaktion Wildeshausen
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