Schortens Wer etwas über die Schortenser St. Stephanus-Kirche erfahren will oder sich für die Baugeschichte und Besonderheiten der Gotteshäuser im Jeverland und Ostfriesland interessiert, der sollte Ingeborg Nöldeke zuhören. Die inzwischen 80-jährige Schortenserin und ehemalige Lehrerin am Mariengymnasium Jever beschäftigt sich seit bald 30 Jahren mit den Kirchen der Region und gibt ihr Wissen gern weiter.

Das macht sie zum Beispiel bei Kirchenführungen in Schortens, die sie in St. Stephanus ab Juni wieder regelmäßig mittwochs anbietet, aber auch in anderen alten Dorfkirchen im Wangerland und Ostfriesland. Allein in Schortens hat sie in 21 Jahren rund 8500 Personen die Besonderheiten der St. Stephanus-Kirche erklärt und dabei rund 17 000 Euro an Spendengeldern für die Kirche eingesammelt.

Und das macht sie natürlich als Buchautorin. Fünf Bücher hat Ingeborg Nöldeke bis heute geschrieben, in drei Werken befasst sie sich mit den Besonderheiten der inzwischen fast 870 Jahre alten Schortenser St. Stephanus-Kirche. Seit fünf Jahren arbeitet Ingeborg Nöldeke zudem in der Arbeitsgemeinschaft Kulturtourismus der Oldenburgischen Landschaft mit.

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Für ihre Forschungen und Veröffentlichungen hat die Oldenburgische Landschaft Ingeborg Nöldeke am Dienstag im Schortenser Rathaus im Beisein von Bürgermeister Gerhard Böhling und Kulturausschussvorsitzendem Thomas Eggers mit der Ehrennadel ausgezeichnet. Landschaftspräsident Thomas Kossendey und sein Stellvertreter Bernd Pauluschke bezeichneten Ingeborg Nöldeke als „Institution“. Kossendey würdigte mit der Ehrennadel der Oldenburgischen Landschaft Nöldekes jahrelanges Engagement und ihre Verdienste für das Oldenburger Land. Ziel der „Landschaft“ ist unter anderem, den Menschen ihre Heimat näherzubringen. „Es gibt viel mehr zu entdecken und zu erfahren, als man schon weiß“, so Kossendey.

Die aus Frankfurt/Main stammende Ingeborg Nöldeke lebt seit 1970 in Schortens. Ende der 1980er Jahre war sie als Französisch-Lehrerin gebeten worden, ein aus dem 17. Jahrhundert stammendes Manuskript in französischer Sprache für Schloss Gödens zu übersetzen. Das führte dazu, dass sie zahlreiche Veröffentlichungen über die Freiherren und Grafen von Frydag auf Gödens und andere heimatgeschichtliche Themen verfasste. 

Anfang der 1990er Jahre wurde ihr Interesse an der Schortenser St. Stephanus-Kirche und ihrem spätgotischen Schnitzaltar geweckt.

In ihrem bislang letzten Buch „Verborgene Schätze in ostfriesischen Dorfkirchen“ aus dem Jahr 2014 befasst sie sich unter anderem mit Hagio­skopen. Das sind Maueröffnungen in mittelalterlichen Kirchen, durch die Leprakranke und Exkommunizierte, denen der Zugang zur Kirche verboten war, einen Blick von außen auf Altar und Priester werfen konnten. Mit ihren Forschungen über Hagioskope gilt Ingeborg Nöldeke europaweit als Expertin.

Oliver Braun Agentur Hanz / Redaktion Jever
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