Schortens „Leider ist die Zeit vorbei, in der ich viel im Garten ackern konnte“, sagt Friedrich Schrage. Gartenarbeit hat der Schortenser immer sehr genossen, doch die Kräfte lassen nach. Friedrich Schrage feiert an diesem Samstag seinen 90. Geburtstag mit drei Kindern, sieben Enkeln und mehreren Urenkeln.

Gebürtig aus Liebwalde/Ostpreußen, wuchs Friedrich Schrage als ältester mit vier Geschwistern auf. Seine Lehre als Schuhmacher musste er unterbrechen, denn er wurde zum Arbeitsdienst eingezogen. Seine Mutter musste mit den Geschwistern fliehen, Friedrich Schrage folge mit einer Gruppe Jugendlicher aus dem Arbeitsdienst.

Ursprünglich hätten die Jungen geplant, die „Gustloff“ zu erreichen, erzählt er. Doch zum Glück waren sie dort abgewiesen worden: Frauen und Kinder hatten Vorrang, die Jungen könnten sich wohl zu Fuß auf den Weg machen, habe es geheißen. Damals ärgerte er sich, als aber die Nachricht vom Untergang des Schiffs kam, sei er heilfroh gewesen.

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Seine Mutter fand Friedrich Schrage in Carolinensiel wieder. Zwei seiner Geschwister waren in den Kriegswirren gestorben. In Friesland konnte er seine Lehre beenden, bei Schuhmacher Janßen in Schortens wurde er eingestellt. Später war Schrage auch bei den Olympia-Werken und bei der Bundeswehr beschäftigt.

Seine Frau Rinelde lernte Friedrich Schrage in Schortens kennen, denn oft fuhr sie mit dem Fahrrad an dem Schuhgeschäft vorbei, in dem er beschäftigt war. So wurde er bald aufmerksam auf die hübsche junge Frau. Im vergangenen Jahr feierte das Paar Eiserne Hochzeit, wenige Monate später starb Rinelde. Dieser Verlust ist für Friedrich Schrage sehr schmerzhaft. „Wer so lange alles zusammen gemacht hat, der tut sich sehr schwer, alleine zurecht zu kommen“, sagt er. Zum Glück ist da die Familie, die ihm zur Seite steht.


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