DANGAST Dangast ist ein Schauplatz der Kunstgeschichte. Dort und nach dortigen Motiven entstanden ab1907 Werke des deutschen Expressionismus von Weltruf, fand ein epochaler Umbruch in der Malerei statt. Die Maler sind unter anderen Erich Heckel und Karl-Schmidt-Rottluff, Mitglieder der damaligen Künstlervereinigung „Die Brücke“. Diesem Thema galt die Veranstaltungsreihe „100 Jahre Maler der ,Brücke’ in Dangast 1907-2007“ in diesem Sommer. Die Abschlussveranstaltung fand im Landhotel Tepe in Dangastermoor statt. Es war eine Lesung mit Texten des literarischen Expressionismus. Sie ließ zu Recht teilweise Texte sprechen, die in ihrem Genre für einen ebenso epochalen Übergang stehen wie die Dangaster Malerei.

Das gilt insbesondere für Georg Trakl (1887-1914) und Georg Heym (1887-1912). Zu Wort kamen aber auch Paul Zech (1881-1946, bekannt als Nachdichter der Balladen von Francois Villon), Georg von der Vring (1889-1968, geboren in Brake) und der regional bekannte Hein Bredendiek (1906-2001). Es fehlte auch nicht ein literarhistorischs Fundstück: Das Drama „Die Bauern“ von August Stramm (1874-1915, geboren in Münster), gelesen in Auszügen.

Alfred Lichtenstein (1889-1914) und Albert Ehrenstein (1886-1950) komplettierten die Auswahl. Jakob van Hoddis’ (1887-1942, eigentlich Hans Davidsohn, ermordet in Sobibor) „Weltende“, erstmals publiziert 1911 in der Zeitschrift „Der Demokrat“, bildete mit seiner expressiven Sukzession absurd-ahnungsvoller Bilder („Eisenbahnen fallen von den Brücken“) Auftakt und Beschluss der Lesung.

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Rund 80 Zuhörer genossen diese Erkundung eines literarischen Umbruchs, experimentell-tastend oder auch von düsteren Visionen geplagt, Ausdruck auch der gesellschaftlichen Erschütterungen jener Epoche.

Ein inhaltlich passendes, sehr kunstvoll dargebotenes Musikprogramm am Klavier boten Anastasia Weise (12) aus Varel und Simon Kasper (18), Preisträger des Landeswettbewerbs Jugend musiziert. Sie spielten Werke von Bela Bartok (1881-1945) und Olivier Messiaen (1908-1992) sowie zwei Stücke aus „Formen der Luft“ von Arthur Vincent Lourie (1893-1966). Die musikalische Leitung hatte Gundolf Semrau, Kreismusikschule.

Sehr einprägsam, nuanciert und entscheidend für das Gelingen dieses besonderen Abends: der Textvortrag, nicht einfach auch angesichts des steten Wechsels von Autor und Stil. Es lasen Erhard Brüchert, Baas des „Spieker – Heimatbund für niederdeutsche Kultur“ und Autor, seine Stellvertreterin Karin Linden, langjährige Leiterin der Späälkoppel Friedrichsfehn, sowie Anne und Günther Kühn, langjährige Protagonisten der August-Hinrichs-Bühne; Günther Kühn war von 1970 bis 1995 Bühnenleiter.

Die Moderation hatte Dr. Heiko Scheepker (Varel), der zusammen mit Vertretern des „Spieker“ die Präsentation konzipiert hatte. Die Reihe insgesamt stand in Regie der Oldenburgischen Landschaft und der Wirtschaftsförderung und Stadtmarketing Varel GmbH. Der stellvertretende Geschäftsführer der Landschaft, Jörg Michael Henneberg, sprach allen Beteiligten einen besonderen Dank aus (die NWZ berichtete).

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