Schoost Spätestens mit dem Auftritt des im breitesten Säggsch (Sächsisch) schwadronierenden Hauptkommissars Stefan Mordmüller aus Dräsdn und seines dezent unterbelichteten Assistenten Harald „Harry“ Nierenstein ist es um das Publikum geschehen. Widerstand zwecklos, die Lachmuskeln gehorchen nicht mehr. Wir ergeben uns mit lautem Gepruste.

Große Spielfreude

So durchschaubar die neue Kriminalkomödie „Schlachtfest bei Schmidt“ der Theatergruppe Schoost auch sein mag – auf Schmidts Hof in Schoost fällt ein Schuss, neue Nachbarn aus der Großstadt vermuten einen Mord und rufen die Polizei, am Ende war es doch nur die alte Sau, die dran glauben musste. Vorhersehbar ist bei dieser großartig aufspielenden Theatertruppe gar nichts: Öfter geht bei der Premiere im Parkhaus Moorwarfen irgendwas schief, rutscht ohne Regieanweisung die Hose, wird versehentlich Wasser auf einen Zuschauer geschüttet oder hat einer der Mimen seinen Einsatz verpasst. Dann schnappt sich Ben Hakvoort, der seine Rolle mit blutverschmierter Metzgerschürze, Fleischermesser und friesisch-derbem Humor spielt, das Textheft von Souffleuse Alma Wilken und blättert auf der Bühne selbst mal nach, wie es denn nun weiter geht im Text.

Es sind die Spielfreude, die Gelassenheit und Schlagfertigkeit, mit kleinen Patzern umzugehen, vor allem aber das schauspielerische Können, das diese muntere Theatergruppe auszeichnet. Neben Hannelore Schmollmann als resoluter Bauersfrau punktet vor allem Lukas-Jimeno Hoffmann als Ossi-Kommissar mit dem Sächs-Appeal eines Inspektors Columbo.

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Zauberhaft auch, dass die Gruppe nicht nur auf der Bühne agiert, sondern das halbe Gasthaus in ihr munteres Treiben einbezieht. Alle naselang geschieht auch etwas hinter den Zuschauern, mal kommt von dort ein Radfahrer auf die Bühne geradelt, mal schleicht eine Kundin für den Kiosk von Dorftratsche Gisela (Cordula Staack) heran, die gemeinsam mit Freundin Ulla (Andrea Wolken) in dem vermeintlich verbrecherischen Tun im Dorf eigene Ermittlungen aufgenommen hat. Ein mörderischer Spaß von der ersten Minute bis zum Schlussvorhang.

Zehn Jahre auf der Bühne

Zehn Jahre lang unterhält die Theatergruppe Schoost bereits ihr Publikum, 31 Darsteller standen in dieser Zeit auf der Bühne. Andrea Wolken und Cordula Staack, die auch diesmal wieder Regie führt, hießen viele Mitspieler von einst willkommen, erinnerten zu Beginn an unvergessene Theaterabende, die in den ersten Jahren noch in der Waldschänke Schoost stattfanden. Seitdem das Haus geschlossen ist, spielt die Theatergruppe Schoost im Parkhaus Moorwarfen.

Siebenmal gibt es den Krimi-Klamauk „Schlachtfest bei Schmidt“ dort noch zu sehen. Die nächsten Aufführungen folgen am Freitag und Sonnabend, 15. und 16. März, um 20 Uhr sowie am Sonntag, 17. März, ab 16 Uhr. Lohnt sich.


NWZ TV    zeigt einen Beitrag unter   www.nwz.tv/friesland 
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Oliver Braun Agentur Hanz / Redaktion Jever
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