Sande Eine schmucklose Gedenkstätte mit einem weitgehend überwucherten Steinkreuz auf dem Gelände des evangelischen Friedhofs hinter dem Sander Rathaus erinnert an ausländische Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft aus Nazi-Zeiten in Sande. Doch kaum einer der jüngeren Sander weiß, dass es diese Gedenkstätte überhaupt gibt, noch wo sich diese Ruhestätte befindet.

Jetzt sollen die während der NS-Zeit gefallenen Zwangsarbeiter eine angemessene Gedenkstätte erhalten. Das Feld auf dem so genannten Ausländerfriedhof in Sande ist schon mit rotweißem Flatterband markiert und abgegrenzt, weil dort bereits gearbeitet wird, damit dort in der früh einsetzenden Dunkelheit niemand zu Fall kommt.

In die neu gestaltete Gedenkstätte sollen insgesamt 12 600 Euro fließen. Den größten Anteil erhält die Gemeinde Sande als Fördermittel vom Land Niedersachsen sowie von der LzO-Stiftung. Der Eigenanteil der Gemeinde beträgt gut 1000 Euro.

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Der frühere Sander Pastor Gerd Pöppelmeier stört sich schon lange an dem tristen Anblick der Gedenkstelle und setzte sich erfolgreich dafür ein, dass diese Ruhestätte würdiger gestaltet wird. Tatsächlich ist die Gemeinde Sande laut Gräbergesetz sogar dazu verpflichtet, erläuterte Klaus Oltmann von der Sander Verwaltung kürzlich im Fachausschuss. Demnach ist jeder Verstorbene mit Namen, Geburts- und Todesdatum sowie seiner Nationalität zu nennen.

Die Gemeinde habe anhand eines Gräberverzeichnisses aus dem Jahre 1972 nachgeforscht, wer auf dem Friedhof bestattet ist. Heute weiß man: In den vielen Jahrzehnten seit Ende des Nazi-Regimes waren Zwangsarbeiter auch umgebettet worden. „Wir sind mit den Nachforschungen noch nicht am Ende“, so Oltmann.

Die Neugestaltung des Grabfelds sieht vor, Steinplatten in einem Halbkreis anzuordnen. Darauf sollen Acrylplatten mit den Namen befestigt werden. Auch die Vegetation soll zurückgenommen und die Fläche insgesamt präsenter werden.

Vor allem soll die Gedenkstätte Teil des Projekts „Erinnerungsorte Friesland“ des Schlossmuseums Jever werden. Eine Stele und eine Internetseite sollen demnächst Interessierte auf die Geschichte dieses Ortes hinweisen.

Oliver Braun Agentur Hanz / Redaktion Jever
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