Varel „Großsilber schwarz – eine alte deutsche Rasse“, lobt Wertungsrichter Heinz Zippel das große schwarze Kaninchen auf dem Tisch vor ihm. Prüfend streicht er über das Fell, schaut sich Schwanz, Pfoten und Ohren an. Das Ergebnis überzeugt ihn, und er eilt zu seinem Richterkollegen Detlef Kain, um sich dessen Zustimmung zu einem „hervorragend“ zu holen. „Die werden wenig gezüchtet. Im ganzen Landesverband Bremen und auch nicht in Hannover gibt es noch Züchter, die Großsilber züchten“, erläutert Zippel. „Da muss man weit fahren, bis an die polnische Grenze, um Großsilber zu bekommen“, weiß der 77-Jährige aus Bremerhaven. Seit 1948 züchtet Zippel selbst Kaninchen, Loh-Kaninchen, schwarz, und „rote Neuseeländer“. Schon sein Vater und Großvater haben Kaninchen gezüchtet, und früher bezweckte die Kaninchenzucht auch die Abwechslung auf dem Speisezettel. Die muskulösen Kaninchen wie Großsilber dienten der Fleischproduktion.

Öffnungszeiten

Der Kaninchenzuchtverein I 19 Varel und Umgebung veranstaltet am Wochenende eine Ausstellung in der „Weberei“. 142 Tiere aus 16 Rassen, insgesamt 20 Farbschläge, werden ausgestellt. Die Ausstellung ist geöffnet am Sonnabend, 12. Oktober, von 9 bis 17 Uhr und am Sonntag, 13. Oktober, von 10 bis 17 Uhr. Die offizielle Eröffnung erfolgt am Sonnabend um 14 Uhr.

Die Ausstellungsleitung haben Joachim Hoffmann und Uwe Barre. Unter anderem sind zu sehen Großsilber, Chinchilla, Marderkaninchen, Rexe, Zwergwidder und Siamesen.

Das nächste Großsilber-Kaninchen wird zu Zippel gebracht, dazu nutzen die Helfer Einkaufswagen, ausgepolstert mit einer Decke. Wieder streicht Zippel über das Fell, schaut sich Pfoten, Ohren und Schwanz an, schaut nach dem Geschlecht und notiert das Gewicht auf einer Laufkarte. Wieder ein hervorragendes Tier, das sich die Begutachtung übrigens friedlich gefallen lässt. „Das ist eine gefährdete Rasse“, weiß Zippel. Der Trend bei den Züchtern gehe zu kleineren Kaninchen, den „Zwergen“, die sich auch im Tierhandel verwerten lassen.

Zippel ist für seine Zucht schon zu DDR-Zeiten nach Ostdeutschland gefahren, um sich Ausstellungen anzuschauen. Die Zucht von Kaninchen war reglementiert. Die Züchter mussten ihre Tiere – gegen Geld – abliefern, durften sie aber – zu einem geringeren Kilo-Preis – zurückkaufen. Entsprechend wurden Fleischrassen gezüchtet und die Würfe waren groß. Das habe sich heute geändert, weiß Zippel. Er selbst hat immer Kaninchen über die Grenze in die DDR gebracht – deklariert als niedliches Geschenk für die Nichten und Neffen. Zum Glück war den Grenzern nie aufgefallen, dass Zippels Kaninchen alle tätowiert waren, wie es für Zuchtkaninchen vorgeschrieben ist. Die waren immer willkommen. Allerdings durfte er nie welche mit zurück in den Westen nehmen.

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Die Ausstellung in der „Weberei“ Varel ist bis Sonntag zu sehen. Die offizielle Eröffnung erfolgt an diesem Sonnabend um 14 Uhr.


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Hans Begerow Leitung / Politik/Region
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