Schoost Wer schon einmal im Schooster Theater war, der weiß, was jedes Mal dazu gehört: Patzer. „Eigentlich wartet das Publikum ja schon darauf“, lacht Andrea Wolken. Sie spielt schon seit neun Jahren mit in der fröhlichen Gruppe – und hat selbst auch schon ihren Einsatz verpasst und schlagfertig improvisiert.

Am heutigen Freitag, 11. März, steht Andrea Wolken wieder auf der Bühne. Die Theatergruppe Schoost feiert Premiere mit ihrem neuem Schwank „Geldfieber und andere Krankheiten“ (die NWZ  berichtete). Gespielt wird auf der kommodigen Bühne der Gaststätte „Parkhaus“ Moorwarfen. Los geht’s um 20 Uhr.

Viele Rollen gespielt

Andrea Wolken, Hebamme von Beruf, ist ein aufgeschlossener Mensch. Und wer ihr gegenübersteht, merkt schnell: Diese Frau gehört auf die Bühne. Von Anfang an konnte die 54-Jährige aber nicht mit in der Theatergruppe spielen. Die hatte sich 2004 gegründet – genau zu der Zeit, als Andrea Wolken für einige Zeit aus Schoost wegzog. „Und dabei hätte ich so gerne mitgemacht.“ Dafür ist Andrea Wolken aber stets zu den Aufführungen gekommen: „Das war Pflichtprogramm.“

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Dann kam sie zurück und endlich konnte Andrea Wolken nicht nur zusehen, sondern mitspielen. Und dabei hat sie schon allerhand erlebt. Einmal war sie Siggi, der aber eigentlich eine Frau war, und einmal spielte sie Hanna Huscher, die sich stets an jeden Mann geschmissen hat. „Da bin ich dann jedem Mann um den Hals gefallen, sogar einem Homosexuellen.“

Andrea Wolken ist es nicht so wichtig, welche Rolle sie spielt – Spaß machen sie alle. Nur eines muss immer dabei sein: eine Perücke. „Ich muss auf der Bühne einfach immer ganz anders aussehen, die Perücke brauche ich dafür.“

Lampenfieber hat Andrea Wolken nicht. „Dagegen haben wir Piet Hein“, schmunzelt sie: „Ein kleines Getränk.“ Und der wird vor jedem Auftritt getrunken? „Nein, eigentlich vor jedem Akt.“ Wenn sie dann gemeinsam auf der Bühne stehen, wollen die Hobby-Schauspieler einfach nur Spaß haben. Und genau so sieht es auch ihr Publikum. „Wir sind keine Profis – aber die erwarten die Zuschauer auch gar nicht. Und trotzdem spielen wir ordentliches Theater.“

Auch wenn auf der Bühne häufig improvisiert wird: Ihren Text lernt Andera Wolken vorher schon. Erst allein, dann mit ihrem Mann. „Wir haben da ein kleines Ritual: Ich liege dabei in der Badewanne und mein Mann sitzt daneben und fragt mich ab.“ Zudem trifft sich die Gruppe regelmäßig zum Üben. Auf die Bühne kann die Theatergruppe aber erst immer eine Woche vor der Premiere.

Für die Probezeit müssen Alternativen her: Bei einem Schauspielkollegen in der Scheune, in einem Wintergarten oder in einem alten Schuppen. Auch die Bühnenteile werden stets bei einem Bekannten untergestellt. „So ist das bei uns – Schooster helfen Schoostern.“ Und das findet Andrea Wolken richtig klasse. „Wir unterstützen uns alle gegenseitig. Die Theatergruppe ist eine richtige kleine Familie. Alles ist so schön heimelig – auch durch den kleinen Raum, in dem wir auftreten.“

Bürgermeister macht mit

Da kommt es auch schon mal vor, dass Andrea Wolken das Publikum einbezieht. „Wir haben ja unsere Stammgäste, die ich schon kenne – dann spreche ich sie direkt an, als Publikumsjoker. Das ist immer richtig gut.“ Auch der Bürgermeister wird oft mit eingebunden. „Ich glaube, wenn er kommt, dann weiß er das ganz genau.“

Da auf der Bühne bei fast jedem Auftritt etwas Ungeplantes und noch dazu Urkomisches passiert, kann Andrea Wolken sich gar nicht so recht auf eine besonders lustige Begebenheit festlegen, die ihr passiert ist. Aber eine pickt sie dann doch heraus: „Ich habe mal als Haushälterin Anna den Opa rasieren müssen – und dann ist unter ihm der Stuhl zusammengekracht.“

Aber es sind auch schon Betten zusammengebrochen oder Türen herausgerissen worden – ungeplante Situationskomik, so ist das bei den Schoostern.

Andrea Wolken hofft, dass die Theatergruppe noch lange besteht und noch viele Stücke inszeniert. Was sie überhaupt zusammenhält, weiß sie auch: „Wer sich entscheidet mitzuspielen, treibt das selbe an: nur Spaß.“ Den gibt es heute Abend sicher auch wieder. . .

Antje Brüggerhoff Agentur Hanz / Redaktion Jever
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