Oldenburg /Dangast Der Geburtstag ist meist ein Fest der Familie – und so war es auch an Franz Radziwills Ehrentag am vergangenen Donnerstag (1895-1983). „Das größte Wunder ist die Wirklichkeit“, resümierte einst der große Dangaster Maler, der zu den bedeutendsten Vertretern des Magischen Realismus der 1920er Jahre zählt, sein Werk.

Zwar nicht vor Ort in seiner Wahlheimat, dafür an größerer und repräsentativerer Stätte, im Oldenburger Schloss, hatte sich die Feiergesellschaft um Tochter Konstanze Radziwill und viele andere Mitglieder der Franz-Radziwill-Gesellschaft eingefunden, um den Künstler zu würdigen, aber auch eine echte Rarität zu bestaunen. Denn öffentlich präsentiert wurde das wohl früheste erhaltene Gemälde des Künstlers. Kulturwissenschaftler Gerd Presler und dessen Frau Doris überreichten das Werk „Parklandschaft mit Brücke“ aus dem Jahr 1915 bei einem Festakt an das Oldenburger Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte, wo es sich wunderbar einfügt in die bedeutende, weltweit umfänglichste Radziwill-Sammlung.

Geboren in der Wesermarsch und aufgewachsen in Bremen kam Radziwill im Jahr 1920 auf Anraten von Karl Schmidt-Rottluff zum ersten Mal nach Dangast und wählte den Fischer- und Badeort am Jadebusen ab 1923 als Wohnort und Ausgangspunkt seines Schaffens. Hier entstand das Frühwerk des Malers in Anlehnung an die Brücke-Künstler, die den Ort 1907 für sich entdeckt hatten.

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Konstanze Radziwill erzählte aus erster Hand über das Künstlerhaus an der Sielstraße 3 in Dangast und die Erweiterungen des Ateliers durch den Vater, selbst gelernter Maurer, im Laufe der Jahrzehnte. Dennoch ist das Haus im Künstlerort Dangast eines der wenigen Malerhäuser, die im Originalzustand erhalten sind. 60 Jahre, bis zu seinem Lebensende 1983, hat Franz Radziwill in dem Backsteinhaus an der Sielstraße verbracht. Mit seiner authentischen Einrichtung ist es ein begehbares Gesamtkunstwerk und zugleich, in den Phasen seiner Entstehung, eine Art „gemauerte Künstlerbiografie“.

Radziwills Geburtstag wird im Oldenburger Landesmuseum vom 21. März bis zum 23. August mit der Ausstellung „125 Werke zum 125. Geburtstag“ gewürdigt. Dort ist auch dessen erstes Werk „Parklandschaft mit Brücke“ zu sehen.

Die Jubiläumsausstellung „Lichtspiele“ im Radziwill-Haus in Dangast wird am 22. März eröffnet und läuft bis zum 10. Januar 2021. Mehr zur Geburtstagsfeier im Oldenburger Schloss auf

Oliver Schulz Leitender Redakteur / Redaktion Kultur/Medien
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