Neuenburg „Honnig in’n Kopp“ ist eine wunderbare Geschichte von einem elfjährigen Mädchen, das seinem an Alzheimer erkrankten Opa helfen will. Eine gute Geschichte reicht aber nicht für ein gutes Theaterstück. Gerade bei so einem berührenden Thema braucht es große Schauspielkunst, um die Tragik, die Liebe und die Komik, bei der einem das Lachen manchmal im Halse stecken bleibt, mit wirklichem Leben zu füllen. Wie das geht, zeigten die Schauspieler des Niederdeutschen Theaters Neuenburg am Freitagabend eindrucksvoll bei der Premiere des Stücks „Honnig in’n Kopp“.

Dieses Stück geht unter die Haut. Großartig spielt Jenna Howe das Mädchen, das sich rührend um ihren Opa kümmert und will, dass er nicht noch mehr vergisst. Ihr Großvater ist bei der Familie eingezogen, doch das bringt so viel Verzweiflung, Wut und Hilflosigkeit in die Beziehung der Eltern, dass sie fast daran zerbricht. Rolf Renken spielt den Familienvater Niko Rosenbach und zeigt Emotionen, die man ihm so gar nicht zutraut: Der Bühnenleiter Rolf Renken voller Wut und Verzweiflung – einfach ganz groß gespielt. Und dann ist da noch Carmen Fastenau, die absolut authentisch eine so frustrierte Sarah Rosenbach spielt, dass man nicht weiß, ob man Mitleid mit ihr oder mit ihrem Mann haben soll.

Das alles aber wird getoppt von der brillanten schauspielerischen Leistung von Dieter Trey, die auf niederdeutschen Theaterbühnen seinesgleichen sucht. Dieter Trey spielt den an Alzheimer erkrankten Amandus, der so lange tüdelig und sorgenfrei neben sich steht, bis er es schamerfüllt bemerkt: „Ich bin so müde.“

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Dieter Trey und Jenna Howe sorgten dafür, dass das Publikum bei der ausverkauften Premiere den Atem anhielt, um nicht laut zu schluchzen, nur manchmal hörte man jemanden die Nase schnäuzen oder den Nebenmann laut schlucken.

Und doch: Das Niederdeutsche Theater Neuenburg schafft es, bei all der lebensechten Tragik komische Momente zu erschaffen, in denen die Ergriffenheit das Publikum loslässt und alle lauthals lachen. Nicht zuletzt dank der großartig besetzten Nebenrollen, darunter Ilse Meinen und Heiko Glowatzki als Polizist und als Nebenbuhler des Ehemanns Niko.

Die Mitwirkenden auf und hinter der Bühne

Schauspieler: Dieter Trey (Amadeus Rosenbach), Jenna Howe (Tilda Rosenbach), Rolf Renken (Niko Rosenbach), Carmen Fastenau (Sarah Rosenbach), Ilse Meinen (Vivien Saalfeld)

Mehrfachrollen: Lutz Bode (Pastor, Packer 1, Dr. Holst, DJ, Carabiniere, Gondoliere), Anne Lüken (Trauergast, Partygast, Schaffnerin, Oberin, Touristin), Heiko Glowatzki (Trauergast, Polizist, Packer 2, Serge, Mann im Zug, Tourist), Ilka Streekmann (Trauergast, Dr. Ehlers, Partygast und Ayse), Paula Heinrich (Sängerin, Nonne, Partygast), Kira Langer (Frau im Zug, Nonne, Partygast), Silke Bruins (Trauergast, Nonne und Partygast)

Regie: René Schack a. G.; Assistenz: Helma Lübben

Bühnenbild: Entwurf: Ewald Meine; Bühnenbau: Günther Diers, Wolfgang Fischer, Harry Heine, Fritz Höfers, Uwe Jentsch, Karl-Heinz Klockgether, Karl-Heinz Kraul, Heike Ralle und Bastian Warntjen

Inspizienz u. Requisite: Daniela Glowatzki und Karin Skibba; Souffleuse: Ulrike Siefken

Technik: Stefan Nannen, Heike Ralle, Keno Renken

Fundus: Nina Cramer, Daniela Glowatzki, Karin Skibba; Schneiderei: Maice Renken, Karin Skibba; Maske: Britta Bohlen, Elke Gravekarstens und Petra Weidhüner

Sandra Binkenstein Redakteurin / Redaktion Varel
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