Jever Mainz, Wien, Frankreich, Japan – Ursula Ruperti stand in ihrem Leben schon auf etlichen Bühnen. Nun hat sich in die Reihe der Orte noch ein weiterer gesellt: Jever. Hier hatte die Sängerin aber nicht nur einen Auftritt, sie ist auch ganz hierher gezogen. „Der Liebe wegen“, sagt sie und lächelt. Doch einmal auf der jeverschen Bühne zu stehen, reicht ihr nicht. Ursula Ruperti will mehr.

Die Sängerin stammt aus Mainz. Die Musik begleitete sie schon als Kind. „Ich komme aus einem musikalischen Elternhaus. Mein Vater hat Violine und Klavier gespielt, meine Mutter Gitarre und auch gern gesungen.“ Ihr Talent als Sängerin haben Eltern und Lehrer früh entdeckt. Schon früh sang sie im Schulchor. „Dort habe ich dann auch recht schnell die Soli übernommen.“

Mit ihren Eltern trat die Sängerin sogar als Trio auf. „Wir haben Lieder gesungen wie ,Es steht eine Mühle im Schwarzwälder Tal‘ oder auch die Musik zu ,Heidi‘.“ Ursula Ruperti kann nämlich gut Jodeln. „Damit sind wir dann beim Seniorennachmittag aufgetreten. Und die Zuschauer waren hin und weg.“

Als sie älter wurde, führte sie mit einer Musical-Gruppe am Staatstheater Wiesbaden das „Dschungelbuch“ auf. „Jeder von uns hatte mehrere Rollen. Ich war der Wolf, ein Geier, aber auch das kleine Mädchen, das Mogli verführt.“ Sie beginnt zu singen, dann lacht sie. „Ja ja, der Text sitzt immer noch.“

Doch nicht nur das: Auch Straßenmusik hat die Sängerin gemacht: „Als Teenager hatte ich eine Folk-Stimme.“ Nach der Schule aber merkte Ursula Ruperti, dass ihr all das nicht genug war. Sie wollte ihre Stimme richtig ausbilden lassen. Eigentlich mit einer Musical-Ausbildung. „Aber damals gab es das noch nicht so oft. Also habe ich eine klassische Ausbildung zur Sopranistin begonnen.“

So begann eine anstrengende Zeit. Denn mit der Gesangsausbildung, in der auch Musiktheorie und Klavier gelehrt wurden, startete sie noch zusätzlich eine Ausbildung als Versicherungskauffrau. „Das war schon etwas stressig. Aber Sängerin zu werden, war immer mein Ziel. Deshalb bin ich dran geblieben. Und ich habe mich selbst gepusht.“ Die musikalische Ausbildung am Konservatorium in Mainz dauerte sechs Jahre.

Danach verbrachte sie vier Jahre in der Schweiz und hatte dort verschiedene Engagements in den Theatern in Biel und Bern, wo sie 18 große Partien gesungen hat. So sang sie in der Oper „Rigoletto“ (Giuseppe Verdi) sie die Gilda, in „Hänsel und Gretel“ (Engelbert Humperdinck) die Gretel und im Musical „My Fair Lady“ (Frederick Loewe) übernahm sie die Rolle der Eliza. „Das war wirklich eine sehr lehrreiche Zeit.“

Zudem entwickelte sich allmählich auch ihre Stimme weiter. „In Oper und Operette gibt es für die Frauen verschiedene Gesangsfächer: Unter anderem die Soubrette mit einer verspielten und zarten Stimme und den eher lyrische Sopran mit Koloraturen“, erklärt sie.

Es folgte eine Zeit der Tourneen – geprägt von den „drei Bs“, wie die Sängerin augenzwinkernd sagt: Bett, Bus, Bühne. „Wir sind um die 30 000 Kilometer mit dem Bus gefahren und hatten überall verschiedene Auftritte. Fünf Wochen lang waren wir sogar in Japan.“

Schließlich aber entschied sich Ursula Ruperti, nach Jever zu ziehen, wo sie nun gemeinsam mit ihrem Mann wohnt. Den ersten größeren Auftritt in Jever hatte sie auch schon, nämlich beim Neujahrsempfang. Doch das sollte nur ein Anfang sein.

„Ich würde gerne hier in Jever etwas aufbauen.“ Was genau, das ist völlig offen – „ob im Bereich Musical, Oper, Operette oder etwas mit Filmmusik – ich singe alles gern und schaue einfach, was sich so ergibt.“ Vorstellen könnte sich die Sopranistin etwa, mit einem Tenor und einem kleinen Ensemble gemeinsam ein Programm aufzubauen.

Denn aufgeben möchte Ursula Ruperti den Gesang auf keinen Fall. „Musik gehört zu meinem Leben. Es ist ein Lebensgefühl. Ich wüsste einfach nichts anderes, das mir in meinem Leben so viel Freude bereitet.“

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