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NEUENBURG Es ist immer wieder für etwas Besonderes gut, das Niederdeutsche Theater Neuenburg. Das gilt nicht nur für die Ensemble- und Regieleistungen, die im Genre Amateur-Bühne gewiss Maßstäbe setzen, sondern auch für das, was aufgeführt wird, für die Literatur-Auswahl.

Mit „Dat Geld liggt op de Bank“ – Premiere war Freitagabend – wird wieder ein herausragender Klassiker des Boulevard-Theaters geboten. Curth Flatows „Das Geld liegt auf der Bank“ wurde 1968 am Berliner Hebbel-Theater uraufgeführt, hatte allein in dieser Inszenierung mit dem unvergessenen Rudolf Platte in der Hauptrolle über 500 Aufführungen. Flatow, profiliert auch als Kabarettist, ist bis heute einer der großen Namen des deutschen Boulevards.

Die niederdeutsche Fassung – Übertragung: Fritz Wempner – nimmt der turbulenten Komödie um den inzwischen 80-jährigen einstigen Profi-Geldschrank-Knacker Gustav Kühne, der es noch einmal wissen will und zum Entsetzen seiner reputierlichen Familie einen neuen großen Raubzug plant, nicht nur nichts von ihrem Schwung; im Gegenteil, das Plattdeutsche bringt die derb-realistische Komik um das Thema Geld, aber auch die feineren Gefühlsnuancen – es gibt natürlich auch eine Liebesgeschichte – besonders gut zum Ausdruck.

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Die Inszenierung von Rainer Behrends tut, in Verbindung mit einer geschlossenen, durchaus präzisen und stets nuancierten Leistung des Ensembles, ein Übriges, die Pointen und die hintergründige Komik, die in dem Thema steckt, zu entfalten. Das Premierenpublikum im voll besetzten Saal des „Vereenshuus“ Neuenburg bedankte sich am Freitagabend mit anhaltendem Schlussapplaus, und auch Beifall auf offener Szene.

Besonders markant, und auch der leisen, hintergründigen Töne mächtig: Willi Wieting als Gustav Kühne. Wolfgang Fischer und Peter Egenhoff als die Kühne-Söhne Wolfgang (arrivierter Zeitungsverleger) und Alfred (Gymnasialdirektor) wissen mit ihren – natürlich boulevardesk zugespitzten – Rollen Überzeugendes anzufangen. Dana Zimmer als Gustavs Tochter Barbara und Julian Richter als der Reporter Hans Böttcher, der Barbara liebt, aber zeitweilig auch als Schnüffler in Gustavs Einbrecher-Vergangenheit eine Gefahr darstellt, stehen ihnen nicht nach. Nina Cramer meistert die nicht einfache Charge der Gustav-Enkelin Cornelia, Tochter Wolfgangs. Sie muss, eine Reverenz des Stückes an den damaligen Zeitgeist, die studentisch-rebellische Verlegertochter glaubhaft machen. Sehr souverän und markant: Günther Diers als Vertreter einer Firma für Bank-Sicherheitssysteme, und nicht zuletzt Herbert Brunken als Bankdirektor.

Die vielen amüsant-satirischen Anspielungen des Stücks auf das Thema Geld und Banken sind gerade heute, da dieses Thema so besonders bedeutsam ist, von hohem Unterhaltungswert.

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