Jever Schon zu Beginn stellte Horst Janssen gleich klar: „Dieses Mal wollen wir es ein wenig anders machen.“ So haben die Mitglieder des plattdeutschen Gesprächskreises des Jeverländischen Altertums- und Heimatvereins nicht, wie üblich, über ihre eigenen Erlebnisse geplaudert. Dieses Mal ging es um die Erlebnisse von Albrecht und Diedrich.

Vieles ausgefressen

„Leesungen up Hochdüütsch – de sünd all tied good besöcht“, sagte Horst Janssen. Und deshalb hatte auch der Gesprächskreis eine Lesung vorbereitet: „Ut mine Jungenstid“ von Albrecht Drost. Werner Menke ist das Bändchen vor einigen Jahren in die Hände gefallen. Er hat den plattdeutschen, in Frakturschrift gedruckten Text in moderne Schrift übertragen und mit erhellenden Erläuterungen versehen. „Man kann daarin lesen, wat Drost un sien Fründ Diedrich in Jever utfreeten hebbt.“ Und das war eine Menge.

So las Janssen über die Tauben, die Drost damals als Geschenk bekommen hatte. Ganz besonders stolz war er auf seine Perückentaube – die eines Tages wegflog. „Wi keken allerwegen, rüm, toletzt kek Diedrich dör Doctor Wolf sin Stacket in sinen Garen und reep: ,Herr Gott, Albrecht, Wolf sine griese Katt fret dine Prüfduv!‘ (...) Dar set nu dicht achter Wolfs Huus de Katt, vör sik mine halve Prückduv, de anner Hälft harr se all upfreten.“

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Sehr unglücklich und traurig darüber, wollten die beiden Freunde das aber nicht auf sich beruhen lassen. Und so hatte Albrecht eine Idee: „Du, Diedrich, de Katten mut’t all dran.“ Und so versteckten die beiden Schlingen in einer Hecke, in denen sich die Katzen selbst aufhängen sollten. Doch bei einer blieb es nicht – und so verschwand eine Katze nach der anderen. „Nu wurd dar vel van snackt, war de Katten wol bleven weeren, de Een meend’ dit, de Anner dat, awer , so vel se sik ok den Kopp terbroken, keen Een is up de rechte Spor kamen.“

Auch Lieder gesungen

Das war nur eine Geschichte von Albrecht und Diedrich, die die Zuhörer ordentlich zum Lachen brachten. Auch die Geschichte, in der die beiden Freunde nichts ahnend Branntweinkirschen aßen – und so zum ersten Mal in ihrem Leben betrunken waren – sorgte für Unterhaltung. Christoph Groninger dagegen las über den Streich, den die beiden Jungs dem „Moager, de geern ungeheuer vörnehm dohn much“, spielten.

Damit der Abend noch abwechslungsreicher wurde, haben Christoph Groninger und Hermann Hohlen alte plattdeutsche Lieder auf dem Akkordeon gespielt, während alle kräftig dazu gesungen haben. „Mien Jeverland, wi leev ick di“ und „Wor de Nordseewellen“ waren nur zwei davon. Und so konnten sich die Besucher wohl über einen Abend freuen, der zwar etwas anders verlief als sonst – aber mindestens genauso unterhaltsam war, wie immer.


Video:   www.youtube.com/nwzplay 
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Antje Brüggerhoff Agentur Hanz / Redaktion Jever
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