JEVER „Lieber Gott, mach, dass es schnell vorbeigeht“, denkt Caroline (17). – „Ich muss vollkommen wahnsinnig sein“, denkt Lukas (18).

Eng umschlungen und nervös steht das Pärchen in dem schaukelnden Metallkorb. Ringsherum nur abgrundtiefes Jever, aus dem ein Brei aus Stimmen, Lachen und Musik nach oben dringt. „Oh nein – halt mich fest“, hört man Caroline noch bitten. Dann öffnen sich die Klappe des Korbes – und alle Schleusen für die Adrenalinzufuhr: Es gibt einen gellenden Schrei und ein irres Jauchzen. Und Sekunden später einen heftigen Ruck im Korb, als das Bungeeseil den Sprung der beiden nach fast 60 Metern freier Fall abfängt und sie wieder in die Höhe schnellen lässt. Vier fünf mal geht’s rauf und runter am Gummiband, dann setzt das Pärchen aus Gummersbach, das gerade auf dem Campingplatz in Heidmühle sein Zelt aufgeschlagen haben, zur Landung an. „Ein vollkommen irres Gefühl“, sagen Caroline und Lukas hinterher.

Während unten in der Altstadt der Bär tobt, Bands wie die Smashing Piccadillys den rappelvollen Kirchplatz rocken, die FKK-Band auf der Nachtschicht-Bühne mit dem schrillsten Bühnenoutfit des gesamten Altstadtfestes für grandiose Partylaune sorgt oder am Partyturm vor dem Brauhaus DJ Stephan Mangelsdorff bestens aufgelegt ist und die Menge am brodeln hält, stürzen sich die nächsten Wahnsinnigen aus 60 Metern in die Tiefe.

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Wer es beschaulicher mag, der dreht die große Runde im Riesenrad. Das bietet auch schöne Aussichten aus immerhin 38 Metern Höhe. Jung und Alt können aber auch viel Spaß haben, ohne die Bodenhaftung zu verlieren.

Auf der Piratenmeile etwa, beim großen Flohmarkt, bei den Aufführungen örtlicher Gruppen und Vereine, auf der NWZ -Kreativbaustelle und natürlich mit viel Musik unter anderem mit den Big Maggas und Stargast Harpo, dem alten Schweden, der mittlerweile 60-jährig mit seinen Hits wie „Moviestar“, „Horoscope“ oder „Rock’n’Roll Clown“ am Gute-Laune-Soundtrack der 1970-er Jahre fleißig mitgeschrieben hat und bestens gelaunt das Publikum auf dem Alten Markt erobert. Ein bisschen faltiger ist er geworden und Haare hat er auch keine mehr, dafür einen Bauernhof in Südschweden mit Pferden und 80 Schäfchen. Mit seinen wenigen Megahits hat er selbige schon frühzeitig ins Trockene gebracht.

Altstadtfest, das sind zweieinhalb Tage und Nächte absoluter Ausnahmezustand in Jever. Vor mehreren Bühnen und Partyzelten wird gefeiert, als gäbe es kein Morgen mehr. Tausende Menschen ziehen durch die Stadt, darunter unzählige Urlauber und Buten-Jeveraner, die es vor Jahren in die weite Welt gezogen hat. Wenn Altstadtfest ist, kommen sie alle wieder, um gemeinsam zu feiern. Oder um sich in die Tiefe zu stürzen.

Oliver Braun Agentur Hanz / Redaktion Jever
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