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Varel Nach seinem Konzert in Varel vor fünf Jahren gastierte der Demantius Chor aus Oldenburg jetzt erstmals wieder in der Schlosskirche. Auf dem Programmzettel des 1973 gegründeten A-cappella-Ensembles, das seit 2011 von der Vareler Kantorin Dorothee Bauer geleitet wird, standen unter dem Motto „Gutes und Barmherzigkeit“ fünf geistliche Werke aus dem 19. und 20. Jahrhundert.

Der Abend begann mit einer Fassung des aus der Karfreitagsliturgie stammenden Wechselgesangs „Ubi caritas et amor“, komponiert von dem zeitgenössischen US-Amerikaner Morton Lauridsen. Schon bei diesem Werk, das ausgehend von einer gregorianischen Choralmelodie einen ebenso formenreichen wie subtilen Chorsatz aufweist, konnte sich der kultivierte Klang des Ensembles in der Schlosskirche raumfüllend entfalten. Das Gespür der fast dreißig Sängerinnen und Sänger für feinste dynamische Abstufungen, Klarheit der Intonation, vorbildliche Akzentsetzung und Phrasierung beeindruckte auch bei den folgenden Werken: der Vertonung des 23. Psalms („Dominus regit me“) des lettischen Zeitgenossen Rihards Dubra, der in einer kunstvollen Fuge gipfelnden Motette „Mein Herz erhebet Gott, den Herrn“ von Felix Mendelssohn Bartholdy und einer weiteren berührenden Fassung der Antiphon „Ubi caritas et amor“, komponiert von Maurice Duruflé.

Ein besonderer Höhepunkt des Programms war für viele Zuhörer sicher die Interpretation der Motette „Warum ist das Licht gegeben dem Mühseligen?“, in der Johannes Brahms seine spätromantische Musiksprache zu der seines Vorbildes Bach in Beziehung setzte.

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Mit Bravour meisterte der Demantius Chor die anspruchsvollen polyphonen Passagen des Werkes. Auch die an das Buch Hiob anknüpfende theologisch-philosophische Frage nach dem Sinn des Leidens in der Welt, um die der Text und die Musik kreisen, wurde eindringlich vermittelt. Wesentlichen Anteil am Erfolg des Konzerts hatte Chorleiterin Dorothee Bauer, die nicht nur technisch präzise dirigierte, sondern ihr reichhaltiges Repertoire an Gesten nuanciert und gestaltend einzusetzen wusste.

Mit zwei „Zwischenspielen“ an der Orgel, einem Choral von César Franck und dem ersten Satz aus der Orgelsinfonie Nr. 5 von Charles-Marie Widor, sorgte Chormitglied und Kantor Thomas Meyer-Bauer an diesem Abend für einen instrumentalen Akzent. Vor allem Widors brillante Variationen über ein Marschthema bildeten einen Kontrast zu der kontemplativen, zuweilen meditativen Stimmung der geistlichen Gesangswerke.

Für den herzlichen Beifall des zahlreich erschienenen Publikums in der Schlosskirche bedankten sich Chor, Dirigentin und Organist mit einer Perle der spätromantischen Vokalmusik, dem Abendlied („Herr bleibe bei uns“) von Josef Rheinberger.

Fazit: Das Konzert in der Schlosskirche stellte aufs Schönste unter Beweis, dass der Demantius Chor zu den führenden A-cappella-Formationen im Nordwesten zählt. Die zeitlichen Abstände, in denen er nach Varel kommt, dürfen gerne kürzer werden.

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