Jever Feste und große Veranstaltungen ohne Luftballons? Für Birgit Ens ist das kaum vorstellbar. Seit mehr als 30 Jahren produziert ihre Firma Seckelmann im Gewerbegebiet Jever Luftballons. Und sie betont: „Der klassische Luftballon ist kein Plastikmüll.“

Luftballons werden nämlich aus Naturkautschuk – aus Latex – hergestellt. „Das ist ein nachwachsender Rohstoff: Es ist der Saft des Kautschukbaums“, erklärt sie. Zur Verarbeitung zu Luftballons werden keineswegs Mikrokunststoffe beigesetzt. Das Latex wird vulkanisiert, heißt: mit Schwefel erhitzt. Dabei bilden sich zwischen den Kautschukmolekülen Schwefelbrücken, die das elastische Verhalten der Ballons bewirken.

Biologisch abbaubar

„Luftballons sind biologisch abbaubar – sie brauchen zur Verrottung genau so lange wie ein Eichenblatt. Nämlich ein knappes Jahr.“

Im Firmenladen Am Hillernsen Hamm 51 gibt es Luftballons in allen Größen und Farben, bedruckt oder einfarbig. Hinten in der Halle werden sie produziert. Und zertifiziert und nach verschiedenen Normen geprüft werden die Luftballons ebenfalls.

„Ich finde es schlimm, dass der Luftballon diskreditiert wird“, sagt Birgit Ens. Wie berichtet, setzen sich Niedersachsens Grüne für ein Verbot von Luftballonstarts ein. Die Begründung: Zu viel Plastikmüll im Meer.

Sicher gehört eine schlaffe Ballonhülle nicht in die Natur, sagt Birgit Ens. „Doch sie verrottet ja.“ Sie erstaunt, dass sich jemand echauffiert, wenn mal ein Luftballon in der Landschaft liegt – „im Vergleich zum Gummiabrieb von Autoreifen ist der Kautschukanteil von Ballons ein Witz“: Luftballons haben einen Anteil von unter 1 Prozent an der Kautschukproduktion weltweit.

Der Markt sei zudem ebenfalls bereits im Wandel: Ab 2021 sind die Plastikstäbe, auf die der klassische Luftballon aufgesteckt wird, verboten. „Die Plastikstäbe werden durch Stäbe aus Pappe und Papier ersetzt.“ Die Kunststoffclips zum einfachen Zubinden von Ballons – sie heißen Fixverschlüsse mit Polyband – hält Birgit Ens ohnehin von jeher für unnötig: „Luftballons kann man einfach zuknoten.“

Und statt Kunststoffband kann gut die klassische Baumwollschnur zum Festhalten von gasgefüllten Ballons verwendet werden – „das hatten wir früher schon. Baumwollschnur verursacht keinen Umweltschaden.“

Kritik an Folien

„Das Problem ist ja eher: Kunststoff war immer billig –und alle wollen möglichst kein Geld ausgeben“, sagt Birgit Ens. Doch beim Spaß am Luftballon geht es gut auch ohne Plastik.

Was sie indes mit Sorge sieht: Die gasgefüllten Ballons aus Aluminiumfolie nehmen immer weiter zu. „Und diese Ballons sind tatsächlich ein Umweltproblem“, sagt Birgit Eins. Zum einen halten sie Gas sehr lange, zum anderen verrotten sie nicht. „Diese Ballons haben mit dem klassischen Luftballon überhaupt nichts zu tun.“

Melanie Hanz Agentur Hanz / Redaktion Jever
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