Jever Jevers älteste Pütt ist vermutlich die Drostenpütt Ecke Drostenstraße/Am Wall, denn ältere Püttachten meldeten sich bislang nicht. Das berichtete Wübbo Büschenfeldt am Montagabend beim Treffen der Baptistengemeinde am Elisabethufer zum Püttbier.

Püttbier

Klock 12 wechselten in der Nacht zu Dienstag die Zylinder, Amtsketten und Söker – um tote Tiere aus dem Brunnen zu fischen – die Besitzer: Jevers Püttachten feierten ihr „Püttbier“ – in ungebrochener Tradition: Seit 1756 wird das „Püttbier“ am Montag nach dem Dreikönigstag gefeiert. In Jever gab es 16 öffentliche Brunnen bzw. „Pütten“. Jeder Brunnen versorgte einen Stadtbezirk, dessen Bewohner zur „Püttacht“ gehörten.

Die neuen/alten Püttmeister:
 An der Leide: (2018: Elfi Weinberg) Friedrich Wilbers
 Bremer Schlüssel: (Reiner Ertelt) Buskohlpütt: (Johann Ihnken) Karl-Hermann Störmer
 Cyriacus-Pütt: (Udo König) Günther Beike
 Drostenpütt: (Martin Habighorst) Hermann Schmidt
 Hochhamm-Pütt: (Werner Pannbacker)
 Hof-Pütt (Rahrdum): (Christoph Gerken) Dirk Domrose
 Kattrepel-Pütt: (Heiner Janßen)
 Küsters-Pütt: (Walter Albers) Erich Matthies
 Lange Leitung: (Arno Hinrichs) Hugo Ihnken
 Marstall/Kl. Rosmarinstraße/Kirchenpütt: (Günter Jackisch und Ulrich Schönborn ) Dr. Andreas Hackenberg
 Melkklampütt: (Oliver Hans) Dieter Lübben
 Mönchswarf: (Dirk Baalmann)
 Moorwarfer Püttgenossen: (Mariechen Hösken)
 Müntzpütt: (Heide Albers) Helga Fokuhl
 Pannewarf: (Florian Lehmann) Johann Georg
 Rats-/Albanipütt: (Jan Edo Albers) Olaf Th. Janssen
 Ristpütt (Rahrdum): (Stephan Rüstmann) Stefan Behnke
 Schlesier-Pütt: (Inge Oltmanns)
 Schlosserpütt: (Michael Stamer) Dedelja Ise
 St. Annen-Pütt: (Johann Dirks)
 Wanger-Pütt: (Dr. Andreas Klose) Frank Bremer
 Ziegelhof-Pütt: (Karin Schliefke) Pütt löst sich nach 34 Jahren auf.

Im 3. Püttbuch, das im Schlossarchiv abgelegt ist, steht auf der ersten Seite: Der Beginn des ersten Püttbuchs war 1716. Wübbo Büschenfeldt hatte am 18. September 2013 das 3. Püttbuch der Püttacht aus dem Schlossarchiv für die Chronik der neuen Püttacht geholt und schon beim Anlesen die Notiz entdeckt.

Püttmeister Duden übernimmt zur Einleitung des 3. Püttbuchs aus dem 1. Püttbuch: Der Beginn des 1. Püttbuchs war 1716. In diesem Buch wird auch ausführlich vom Brand der Stadtkirche von Jever 1728 berichtet. Die Brunnenverordnung von 1756 wurde auch in dieses Püttbuch eingeheftet. Das 1. Püttbuch wurde 84 Jahre lang – bis 1800 – geführt. 1801 begannen die Aufzeichnungen im 2. Buch, die ab 1959 im 3. Buch weitergeführt wurden. Seit 2012 wird ein 4. Püttbuch geführt.

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Alte Püttbücher gesucht

Über die Drostenpütt und die Püttgemeinschaft berichten drei Püttbücher. Das 1. Buch wurde von 1716 bis 1800 geführt, bis 1959 befinden sich die Aufzeichnungen im 2. Buch. Die Aufzeichnungen im 3. Püttbuch enden 1907. Wübbo Büschenfeldt, Tel. 04461/80 724, bittet um Hinweise, die über den Verbleib der Püttbücher 1 und 2 Auskunft geben können.

Im September 2012 übernahm die Baptistengemeinde Jever auf Bitten der Stadtverwaltung die Patenschaft und die Verantwortung für die Drostenpütt. Die bisherige Püttacht hatte sich aus Altersgründen aufgelöst. Die Mitglieder der Baptisten-Gemeinde fanden das historische Bauwerk in einem jämmerlichen Zustand vor. Deshalb wurde das Kleinod von „Pumpentechniker“ Wübbo Büschenfeldt und Klempnermeister Otto Foken repariert – und seitdem fördert der Brunnen wieder Wasser. Malermeister Erwin Früsemers gab der Pütt den passenden Anstrich.

Das Püttbier der Baptistengemeinde weicht vom Ritual der üblichen Püttachten ab – es wird mit den Familien und Kindern und Nachbarn im Bethaus mit einer Andacht gefeiert. Gregor Helms, langjähriger Gemeindepastor, stellte in seiner Kurzpredigt über Mose 1,21 das Wort Gottes und das Wasser als Lebenselixier der Menschen dar. Verzweiflung und Angst machen Menschen häufig blind für die Hilfe in der Nähe.

Ein Laternenumzug führte danach zur Pütt, wo Püttmeister Hermann Schmidt in sein Amt eingeführt wurde. Mit Imbiss und alkoholfreiem Punsch endete das Zusammensein der Teilnehmer um die 304 Jahre alte Pütt im Bethaus.

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