Jever In Jacques’ Wein-Depot in Hamburg las Ulla Lachauer, bevor sie nun im Audienzsaal des jeverschen Schlosses beim LiteraTee des Altertums- und Heimatvereins ihr Buch vorstellte. Uta Essselborns Ankündigung einer spannenden und vielschichtigen Erkundungsreise erfüllte die freie Journalistin und Dokumentarfilmerin voll und ganz. Für ihr Buch „Von Bienen und Menschen“ hat sie Bienenzüchter in ganz Europa besucht.

Ulla Lachauer beschreibt die Imker als ruhig und konzentriert, denn nur so gelingt die Bienenzucht. „Man muss ganz gegenwärtig sein und nur den Bienen zugewandt.“ Exemplare des Buchs (22 Euro) und weitere Imkerei-Bücher stellte die jeversche Bücherstube Hoffmann vor dem Audienzsaal aus.

In den Auszügen aus „Von Bienen und Menschen“, mit dessen Recherche sie 2015 begann, hörten die ca. 30 Zuhörer – davon viel zu wenige Imker – eine gelungene Mischung aus Zeit- und Wirtschaftsgeschichte, Wissenschaft und Landschaftsschilderungen, die neugierig auf das Buch machen. Jedes Kapitel ergänzt die Autorin mit einem landestypischen Honigrezept zum Nachkochen.

Auf die Idee für ihr Buch kam Ulla Lachauer, als sie eine Sendung Honig erhielt – von der russischen Melkerin Galina. Sie hatte die junge Frau und Hobbyimkerin bei einem Russlandbesuch in Trakehnen kennengelernt. Dort arbeitete sie in einer Kolchose. Als die Arbeiter entlassen und das Land an Investoren verkauft wurde, konnte Galina Dank der Bienenstöcke Arbeit und Brot behalten. „Sie ist zu einer resoluten, selbstbewussten Frau und Imkerin geworden und der Honigverkauf erlaubt ihr ein bescheidenes Leben“, berichtete Ulla Lachauer.

In ihrer einstündigen Lesung gelang es der Autorin, neugierig auf den besonderen Menschenschlag der Imker zu machen. Sie führte sehr kompetent in die Geheimnisse der Bienenzucht ein, für die man kein eigenes Land braucht und nur wenig Kapital. Sie erklärte, wie Bienen als Volk zusammenleben und welche Bedeutung die Königin hat.

So hörten die Besucher auch, wie wichtig eine artenreiche Landschaft für eine erfolgreiche Bienenzucht ist und wie Pestizide und Monokulturen ihr ebenso zusetzen wie die Varroa-Milbe. „Die Imker merken zuerst, wenn eine Landschaft verarmt, denn dann finden ihre Bienen zu wenig oder gar kein Futter. Das ist ein Seismograph für den Zustand unserer Welt.“

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