Jever Rund 1600 Besucher im Gröschler-Haus – Zentrum für jüdische Geschichte und Zeitgeschichte der Region, außerdem mehrere Führungen über den jüdischen Friedhof und durch das jüdische Jever, Veranstaltungen und Vorträge sowie Publikationen: Der zwölfköpfige Arbeitskreis Gröschler-Haus im Jeverländischen Altertums- und Heimatverein auf ein arbeitsreiches Jahr zurück.

Das Gröschler-Haus

Das Gröschler-Haus an der Gr. Wasserpfortstraße 19 in Jever ist dienstags und freitags von 10 bis 12 Uhr sowie donnerstags von 16 bis bis 18.30 Uhr geöffnet. Terminabsprachen für Führungen und Gruppen: Tel. 04461/ 96 44 26, E-Mail an info@groeschlerhaus.eu.

Das Portal erinnerungsorte-friesland.de des Schloss-Museums ist mit der Internetzeitschrift des Gröschler-Hauses eng verbunden: Die Portale bieten eine interaktive Landkarte Frieslands der Erinnerungsorte und an die 150 Informationsartikel sowie viele weitere Angebote zur Landesgeschichte.Seit kurzem gibt es auch die Website www.fritzlevy.de.

Mehr Infos unter www.groeschlerhaus.eu

    erinnerungsorte-friesland.de

Etwas ganz besonderes erlebten die Arbeitskreis-Mitglieder zudem mit der Bar Mizwa von Jacob Rumens aus Northampton am 26. August. Der Junge ist ein Urenkel von Julius und Hedwig Gröschler, die die Nationalsozialisten 1944 in Auschwitz ermordet haben. Zu deren Sohn Frank Gale (Fritz Gröschler) pflegte Gröschler-Haus-Leiter Hartmut Peters seit der Initiative „Juden besuchen Jever“ 1984 Kontakte, inzwischen halten dessen Töchter den Kontakt zu Jever.

Auch sonst besuchten im vergangenen Jahr Nachkommen jeverscher Juden die Marienstadt auf den Spuren ihrer Vorfahren – sie kamen aus Kanada, England, den Niederlanden und Australien.

Und dann gab es noch zwei Ausstellungseröffnungen und eine Umstrukturierung der ständigen Ausstellung, berichtet Hartmut Peters: Von Ende März bis August war die Wanderausstellung: „Unter uns? Sinti in Ostfriesland“ des Heimatmuseums Leer und des Sinti-Vereins Ostfriesland gezeigt; am 1. September, dem 80. Jahrestag des deutschen Überfalls auf Polen und des Beginns des Zweiten Weltkriegs, eröffnete die Ausstellung „Aufrüstung, Krieg und Befreiung im Jeverland: 1933 bis 1945“. Sie ist noch bis August 2020 im Gröschler-Haus zu sehen. Auch einen Katalog zur Ausstellung gibt es.

Parallel dazu hat der Arbeitskreis die Dauerausstellung über die jeversche Synagoge und die jüdische Gemeinde neu gestaltet unter dem Titel „Was blieb“. Anschlag auf die Synagoge von Halle Anfang Oktober gehörte der Arbeitskreis zu den Initiatoren einer spontanen Kundgebung gegen Gewalt und Antisemitismus. Das Gedenken des Pogroms vom 9. November 1938, für dessen Organisation die Gesellschaft für Christlich-jüdische Zusammenarbeit zuständig ist, wurde ebenfalls unterstützt und durch eine Veranstaltung „Jüdische Frauen während des Progroms“ und die Präsentation eines interaktiven Hörspiels von Gina Bremer über den Pogrom in Jever ergänzt.

Schlichtweg vergessen wurde bei den zahlreichen Aktivitäten der 5. Jahrestag der Gründung des Gröschler-Hauses 2014. Am 29. September 2015 war das Zentrum dann eingeweiht worden.

Melanie Hanz Agentur Hanz / Redaktion Jever
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