Jever „Den Löffel abgeben“, „einen Zahn zulegen“ – das sind Sprichwörter, die im alltäglichen Gebrauch immer wieder vorkommen. Und tatsächlich haben sie mit der Esskultur vergangener Tage zu tun. Denn im Mittelalter und in der frühen Neuzeit aßen die Menschen aus einem gemeinsamen Topf – mit ihrem eigenen Löffel, der ihnen bereits in die Wiege gelegt worden war. Je nach Epoche und hierarchischem Stand war der Löffel aus Holz, Zinn, Silber oder Gold. Und wenn man starb, „gab man seinen Löffel ab“.

Die Frauen des „FrauenORTE“-Teams rund um Museumsleiterin Prof. Dr. Antje Sander hatten am Donnerstag zu einem besonderen Abend mit Musik von Hanna Dohmen (Gesang) und Robert Legantke an der Gitarre, Lyrik und Häppchen eingeladen. Das Motto: „Maria tisch auf“.

Antje Sander erzählte auch, wie früher gespeist wurde und vorher die Redensarten kommen. Der 20. Februar war auch er Todestag von Maria von Jever, pünktlich um 20.20 Uhr gab es zudem ein Gedicht mit den Titel „Die Zeit steht still“ von Mascha Kaléko.

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Eine Abendtafel war gedeckt, auf ihr ein Abbild der vergangenen Epochen: Von dem großen Topf für alle, bis zum vielzähligen Service, bei dem das Besteck von außen nach innen zu benutzen ist, und von der Flasche Cola bis zur offenen Chipstüte. „Im Grund sind wir aber nun wieder dort, wo die Speisenden aus einem Topf gemeinsam aßen. Nur heute ist es die Chipstüte, in die alle greifen“, stellt Sander fest. Gepflogenheiten kommen also wieder.

Und welche Rituale sind den Gästen des Abends in der ehemaligen Küche von Maria von Jever wichtig? „Der Rückblick auf die Tischkultur hat mich an früher erinnert. Obwohl wir ein fast reiner Frauenhaushalt waren, bekamen mein Bruder und Cousin zwei Stücke Fleisch ab, ich nur eines. Aber heute schnippelt mein Mann hingebungsvoll das Gemüse für unser gemeinsames Essen“, erzählt Brigitte Dieckmann aus Wilhelmshaven.

Ines Kähbein und Dr. Eckhard Fürlus aus Berlin hat die Veranstaltung ebenfalls gut gefallen. Fürlus muss gestehen: „Meine Frau kocht mehr als ich, aber mit ein paar guten Gerichten konnte ich schon Eindruck bei ihr schinden.“

„Einen Zahn zulegen“ kommt übrigens auch aus der Küche – aus der Zeit, in der noch über offenem Feuer gekocht wurde: Der Topf konnte mithilfe eines Zahnrads auf Höhe der Flamme verstellt werden. Legte man einen Zahn zu, war der Topf näher am Feuer, die Kochhitze stieg und das Mahl konnte schneller zubereitet werden.

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