Jever Antje Sander zeigt stolz die ersten Exponate im ersten größeren Ausstellungsraum im Schloss: Dort steht das älteste Auto Jevers aus dem Jahr 1896 neben einem britischen Safety Rad von Mitte des 19. Jahrhunderts und Schlitt- und Moorschuhe, die ähnlich viele Jahre auf dem Buckel haben: „Die Veränderung der Mobilität ging einher mit der Landschaftsveränderung in Friesland. Heute bräuchte man wegen des Klimawandels keine Schlittschuhe mehr, um von einem Ort zum anderen zu gelangen“, erzählt die Leiterin des Schlossmuseums.

Mehrere Ausstellungen

Sander und zeigt auf die altertümlichen Schlittschuhe, die neben einem Padstock und Moorschuhen an der Wand hängen. Daneben sind verschiedene Ortschaften wie Wittmund, Jever, Esens eingezeichnet. Auf die gegenüberliegende Wand – vor der die historische Karosserie ihren Platz gefunden hat – sollen Videos und Bilder aus vergangener Zeit projiziert werden.

Die Ausstellung „Mit Pad­stock und Pedale: Unterwegs im Jeverland“ beginnt im März und ist nur einer von vielen Höhepunkten im Schloss 2020. Prof. Dr. Antje Sander verspricht wieder ein reichhaltiges Angebot für Schulklassen und Kindergruppen, es wird wieder rund ums Thema Schloss gehen und vielleicht eine Neuauflage des Katapult-Wettbewerbs, der im Rahmen der Ausstellung „Die Zeit der Häuptlinge. Macht und Pracht in Friesland“ stattfand.

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Die aktuelle Ausstellung „Very British: Englische Keramik des 19. Jahrhunderts in norddeutschen Stuben“ ist ebenfalls noch zu sehen bis zum 1. März.

Bis dahin können sich Interessierte auf die neue Ausstellung „Ende und Anfang: Das Kriegsende 1945 im Oldenburger Land“ freuen. Mit Blick auf die Kapitulation vor 75 Jahren zeigt das Schlossmuseum in dieser Sonderausstellung Objekte und Dokumente, die die lokalen und regionalen Folgen der historischen Zäsur mit sich brachten. „Wir zeigen in der Sonderausstellung die Zeit im letzten Kriegsjahr und das erste Jahr nach dem Krieg, in denen viele Flüchtlinge hier ein neues Zuhause fanden und man mit einer großen katholischen Gemeinde in der eigentlich durchweg protestantischen Umgebung zurecht kommen musste“, sagt Sander.

Und es geht um den Umgang mit den alten Nazis – „das alles schlug sich in der Sachkultur nieder, die wir mit Fotos, Videos, speziellen Tagungen und Zeitzeugenberichten zum Leben erwecken wollen“, sagt Sander. „Als Ausstellungsstücke haben wir zum Beispiel Spielzeug, das in der ehemaligen Rüstungsindustrie in Wilhelmshaven hergestellt wurde. Wir sind immer stolz, Originale zeigen zu können, die die Authentizität noch verstärken.“

Wie in den vergangenen Jahren soll das Angebot an Exponatsthemen breit aufgestellt sein, die „Leichte Sprache“ wird weitergeführt, „damit jeder mit Stärken und Schwächen eine besondere Sache für sich entdecken kann“, so Sander. Sie freut sich, dass sie erst vor kurzem in einer britischen Studie gelesen hat, dass Museumsbesucher länger leben als andere.

Viel Musik im Schloss

Diverse Schlosskonzerte sind ein willkommener Publikumsmagnet, auch 2020 wird es sie wieder geben. Die Kooperation mit der Landesbühne Nord – „Kaspar Hauser“ im Innenhof des Schlossmuseums ist ihr Werk – wird erweitert und auch die Restaurierungsmaßnahmen an Ledertapeten und Parkett schreiten voran. Dabei wurde schon so mancher Schatz aus vergangener Zeit entdeckt – ein vergessener Nachttopf etwa und ein alter Kamin mit Originalruß aus der Zeit des Großherzogs von Oldenburg: Nicht nur die Besucherinnen und Besucher können also immer wieder Neues entdecken, auch Prof. Antje Sander und ihre Kollegen stoßen auf immer neue, alte Dinge mit Geschichte.


Mehr Infos unter     www.schlossmuseum.de 
Chihuahua Schombel Agentur Hanz / Redaktion Jever
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