Schoost Sie war schon Krankenschwester und zickige Ehefrau, war feine Dame, Dorftratsche und Bauerntrampel: „Auf der Bühne bin ich mir für nichts zu schade und mache mich auch gern zum Deppen“, sagt Cordula Staack. „Hauptsache, die Leute haben Spaß und kringeln sich vor Lachen“. Dazu trägt sie dann gerne scheußliche Perücken, hässliche Hüte und seltsame Kostüme.

Seit 16 Jahren lebt Cordula Staack in Schoost, der Liebe wegen zog sie damals aus dem Raum Osnabrück in das 200-Seelen-Dorf am Stadtrand von Schortens und wurde dort „schnell integriert“. Und in Schoost war sie dann bald darauf Initiatorin der neuen Theatergruppe Schoost. Mit „Alles nur Theater“ wagte sich die aus Stammtisch-Besuchern der Waldschänke rekrutierte und noch unerfahrene Theatergruppe 2004 erstmals auf die Bühne. Natürlich in ihrem Stammlokal. Cordula Staack spielte eine hysterische Ehefrau und führte in dem Stück auch Regie. Wie auch in dem neuen, dem inzwischen 14. Schwank, sitzt sie wieder im Regiestuhl. Die Proben für die neue Komödie laufen auf Hochtouren, nächsten Monat schon, am 11. März, ist Premiere in der Waldschänke. Der Titel lässt einen deftigen Schwank erwarten: „Eins, zwei, drei – Oberkörper frei“. „Alles völlig jugendfrei“, verspricht Cordula Staack. Die kleinen Anzüglichkeiten enden immer weit oberhalb der Gürtel­linie.

Erste Theatererfahrungen hat Cordula Staack an ihrem früheren Wohnort bei einer kleinen Theatergruppe in Glane gemacht. „Das hat unheimlich viel Spaß gemacht.“ So sei sie auf die Idee gekommen, in Schosst eine Theatergruppe zu gründen und übernahm auch die Rolle der Spielleiterin. Auch ihr Ehemann Thomas spielt leidenschaftlich gern Theater und ist auch im neuen Stück mit dabei.

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Inzwischen hat die Theatergruppe einen großen Fanclub. Ihre Texthänger sind legendär, das Improvisations­talent ist beeindruckend. Gerne wird zur Premiere auch der Bürgermeister eingespannt. Der musste im vergangenen Jahr in einer Szene beim Bettenwechsel helfen. Dass der Text bei manchen noch nicht sitzt, sieht Cordula Staack ganz entspannt: „Das haben wir immer noch hinbekommen. Und es sind ja noch drei Wochen bis zur Premiere.“

Dass Aussuchen des Stückes, das Lesen, die Verteilung der Rollen, die Proben und schließlich die Aufführungen nehmen einen Menge Zeit in Anspruch. Zeit, die eigentlich nur im Herbst und Winter da ist, wenn ihr großer Naturgarten nicht mehr ganz so viel Aufmerksamkeit beansprucht.

Wenn die Schooster ihre Bühne entern, guckt das ganze Dorf. Plus 400 oder 500 Theaterfreunde aus Schortens und den Nachbarorten und von weiter her. Neun mal stehen sie mit ihrer Komödie bis Ende März auf der Bühne.

„Ich bringe die Leute einfach gern zum Lachen“, sagt Cordula Staack. Etwas anderes als Boulevardtheater, als den klassischen Schwank, würde die 49-Jährige nicht machen wollen. Auf den Slapstick, der sich oft ganz spontan ergibt, möchte sie nicht verzichten. Und die Zuschauer erst recht nicht.

Halt, vielleicht doch: Im Dezember hatte sie mit Schooster Kindern ein Krippenspiel einstudiert. Das wurde stilecht auf einem Hof in einem alten Stall gezeigt. Nachwuchs fürs Schooster Theater.

Oliver Braun Agentur Hanz / Redaktion Jever
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