SCHORTENS SCHORTENS - Von der Farbe Lila hat Rolf Junker nur vage Vorstellungen. Ebenso von Blau, Rot, Gelb oder Grün. Dennoch ist Lila seine Lieblingsfarbe, Rot dagegen kann er nicht leiden. Das sagt ausgerechnet einer, der in seinem Leben noch nie Farben gesehen hat, der nichts kennt außer Schwarz. Rolf Junker ist von Geburt an blind. Und dennoch hat er sich aus der Farbenleere eine ganz eigene Farbenlehre zurechtgerückt und sich überlegt, wie sich Farben ertasten lassen, wenn man ihnen bestimmte Strukturen beimischt.

Im Bürgerhaus sitzt Rolf Junker vor einer weißen Leinwand und lässt seiner Kreativität freien Lauf. Kunstpädagogin Heike Dratwa gibt nur bei Bedarf etwas Hilfestellung. So entstehen aus der Dunkelheit Werke voller leuchtender Farben und Lebensfreude.

Die Malerei für Blinde und Sehbehinderte war eines von mehreren Angeboten, die der Schortenser Verein „Kreativität schafft Brücken“ am Wochenende im Bürgerhaus anzubieten hatte. „Bühne, Pinsel, Takt und Vers“ hatte der Verein das zweitägige Programm überschrieben, das gleichermaßen Jung und Alt sowie Menschen mit und ohne Handicap zusammenbrachte und dabei ganz nebenbei Brücken zu einem besseren Miteinander schlug.

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Dafür sorgten neben Heike Dratwa auch Musiklehrer Erich Radke, Schauspieler Ralph Knura und Theaterpädagogin Jasmin Körner. Unter Anleitung der professionellen Künstler entstand in den einzelnen Workshops allerhand Wunder- und Sonderbares.

„Snetrohcs“ zum Beispiel. Das kann verstehen, wer „Schortens“ rückwärts liest und sich vorstellen kann, dass es im Landkreis Transsylvanien liegt. Aus diesem Wortspiel hatte die Theatergruppe in Windeseile eine schaurig-schöne und höchst kurzweilige Dracula-Posse kreiert. Nach zwei Probentagen hob sich schließlich der Vorhang für die Präsentation von „Wie das Unsagbare nach Snetrohcs kam“.

Auf der Bühne im Spiel vereint: Jung und Alt und Rollstuhlfahrer als Seelensammler und tanzende Geister und Trommler, die Wände aus Kartons zum Einsturz bringen. Andrea Thesing vom Verein „Kultur schafft Brücken“ verschlug es bei all der Kreativität die Sprache.

Ob der Workshop wiederholt werden kann, ist offen. Es mangelt wie so oft am Geld. Immerhin: Zahlreiche Sponsoren haben diese Aktion jetzt möglich gemacht – und manchen Mitmenschen mit Handicap glücklich gemacht: Rolf Junker, der blinde Maler, hat ein neues Hobby entdeckt. Jetzt will er sich einen Malkasten kaufen und gleich weitermalen. „Aber ohne Rot“, sagt Junger. Denn Rot kann er nicht leiden.

Verein baut kreative Brücken zwischen Menschen mit und ohne

Behinderung

Oliver Braun Redakteur / Redaktion Jever
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