VAREL Cannabis hat sich den Erfahrungen der Fachstelle für Sucht und Suchtprävention in der Jugendkultur verankert und ist „kein exotisches Phänomen und auch kein städtisches Problem“, sagt Volker Ross, Leiter der Fachstelle in Varel. Cannabis ist auch die illegale Droge, die am häufigsten konsumiert wird. Es folgen Kokain, Amphetamine und Heroin. Die Hauptdiagnose, die die Fachstelle jedoch am häufigsten stellt, ist die Alkoholabhängigkeit, sagten Ross und seine Kollegin Dorothee Breger am Montag bei der Vorstellung des Jahresberichts der Fachstelle.

433 Klienten hat die Fachstelle in Friesland (in Jever gibt es eine Nebenstelle) 2010 beraten. 237 davon sind alkoholabhängig. Die übrigen Klienten konsumieren illegale Drogen oder sind spielsüchtig (35). Nachdem in den Vorjahren vermehrt „Spice“, eine Kräutermischung mit psychoaktiven Wirkungen, konsumiert wurde, ist nun die Arznei Ephedrin wegen ihrer aufputschenden Wirkung wieder im Kommen, hat Dorothee Breger erfahren. Es fällt nicht unter das Betäubungsmittelgesetz.

Anerkannte Krankheit

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Eine zunehmende Zahl von Klienten sind Spielsüchtige, stellten Ross und Dorothee Breger fest. „Das ist eine anerkannte Krankheit“, sagte Ross. Zwei Patienten werden in einer ambulanten Rehabilitation betreut. Wegen der Bedeutung des Themas wurde 2008 in der Fachstelle eine halbe Stelle für Glücksspielprävention eingerichtet. Es wurden ein Präventionsfachtag, Schulungen mit Multiplikatoren und Projekte an Schulen organisiert. Volker Ross ist seit Februar 2010 der neue Einrichtungsleiter der Suchtberatungs- und Behandlungsstelle in Varel, seine Stellvertreterin ist Dorothee Breger. Neuer Träger der Fachstelle ist seit April „Parlos gemeinnützige GmbH“, deren Hauptgesellschaft der Paritätische Niedersachsen ist. Eine Stelle musste abgebaut werden (die vom Landkreis bezahlten Stellen bleiben erhalten). Hintergrund dieses Wechsels war ein Rückgang bei den Zuweisungen von Suchtkranken in eine Rehabilitation, der wiederum ein Sanierungskonzept erforderte. Der Anteil an stationären Rehapatienten war rückgängig, da viele Anträge dafür nicht genehmigt wurden. Jetzt sei wieder ein Aufwärtstrend zu erkennen, sagte Ross.

Therapie auf Bauernhof

Erhalten bleibt das Projekt „Therapie in bäuerlichen Familienbetrieben“. Dort waren zwar keine Neuaufnahmen erfolgt, es soll aber in Zukunft bestehen bleiben. Der vorerst letzte Patient in diesem Projekt konnte zum Ende seiner Behandlung übergangslos in ein reguläres Ausbildungsverhältnis bei seinem Landwirt beginnen, bei dem schon die Therapie stattgefunden hatte.

Geplant sei ein weiterer Fachtag zur problematischen Nutzung von neuen Medien, erläuterte Ross. Ein solcher Fachtag hatte zuletzt im Oktober 2010 stattgefunden, wo Moritz Becker vom Verein Smiley (Hannover) über den Umgang von neuen Medien durch Kinder und Jugendliche berichtete.

2010 hat die Fachstelle für Sucht- und Suchtprävention Friesland 433 Klienten betreut, davon sind 284 Männer und 149 Frauen. Die größte Gruppe ist zwischen 30 und 50 Jahren alt.

In 25 Fällen wandten sich Menschen in problematischen Lebenssituationen an die Fachstelle, so dass eine Krisenintervention die dann in Form von aufsuchender Arbeit/Hausbesuchen tätig wurde.

20 Patienten mit Opiatabhängigkeit wurden im Rahmen einer Substitutionsbehandlung mit Ersatzstoffen (Methadon, Subutex) von der Fachstelle psychosozial betreut.

Bei den Konsumenten illegaler Drogen dominiert Cannabis, bei den legalen Drogen ist es Alkohol. 35 Patienten werden wegen einer Glücksspielproblematik betreut.

In der Fachstelle für Sucht und Suchtprävention werden sechs Mitarbeiter beschäftigt, dazu eine Sekretärin und drei Honorarkräfte. Varel: Telefon 04451/96420 (Bahnhofstraße 6). Die Nebenstelle Jever (Kostverloren 2) ist unter Telefon 04461/91 36 50 zu erreichen.

Hans Begerow Leitung / Politik/Region
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