Neuenburg Eine Totenstille herrschte im Publikum. Gebannt starrten die Gäste im ausverkauften Saal auf die Bühne, als das Niederdeutsche Theater Neuenburg am Freitagabend die Premiere von „De Seelenbreker“ präsentierte. Spannung erzeugte nicht nur der Plot des Stücks nach einem Thriller des Bestsellerautors Sebastian Fitzek, sondern auch die Angst der Figuren des Stücks, die im Zuschauerraum greifbar in der Luft hing.

Passend zur Realität

Schon der Anfang des Stücks am Freitag, 13., passte gruselig zur Realität der Theatergäste: Im Schneetreiben waren die Zuschauer nach Neuenburg gefahren, nicht wissend, ob sie nach der Aufführung nicht total eingeschneit sein würden. Und auch im Theaterstück waren die Patienten und Mitarbeiter der Privatklinik für Psychiatrie, in der das Stück spielt, eingeschneit. Bei einem Autounfall rammt ein Rettungswagen auch noch den Telefonkasten – also waren die Insassen der Klinik von der Außenwelt abgeschnitten, so wie jeder, der in Neuenburg das falsche Netz hat und verzweifelt nach Handyempfang sucht.

Ohne zu wissen, wer eigentlich der gefürchtete „Seelenbreker“ ist, der in dem Stück Angst und Schrecken verbreitet, verbarrikadieren sich Patienten und Mitarbeiter der Klinik in der Bibliothek und verbringen dort eine grauenvolle Nacht ...

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Das Stück ist eines der ernsteren, die das Theater nur alle zwei Jahre spielt. Es baut auf den herausragenden Schauspieltalenten dreier Größen des Niederdeutschen Theaters Neuenburg auf: Insa Bohlken, Heiko Glowatzki und Peter Egenhoff sorgen dafür, dass dem Zuschauer in diesem Thriller immer wieder Gänsehautschauer über den Rücken laufen. Die große Überraschung in dem Stück ist der 23-jährige Nils Elberling, der in Neuenburg zum ersten Mal mitspielt. Er gibt den prolligen Sanitäter so überzeugend, dass man meinen könnte, er sei im wahren Leben auch so unsympathisch. Ist er aber nicht.

Auch Kira Langer, die zum ersten Mal bei einem Abendstück zu sehen war, glänzte als Krankenschwester Yasmin Schiller und ließ keinen Zweifel daran, dass fünf Jahre Schauspielschule in Neuenburg ihre Wirkung zeigen. Nicht unerwähnt bleiben darf außerdem Ilse Meinen, die der Rolle der klugen und resoluten Frau Kaminsky nicht nur ein Gesicht, sondern eine glaubhafte Persönlichkeit gibt.

Perfekte Besetzung

Nur wenige Momente auf der Bühne haben im Vergleich zu den anderen Lutz Bode, Jochen Meiners und Johanna Meiners, deren Rollen aber kaum besser besetzt sein könnten. Lutz Bode gibt überzeugend den Psychiater der alten Schule. Und Jochen Meiners, der im wahren Leben Versicherungen verkauft, schafft es, den Zuschauern gehörig Angst zu machen – ebenso wie seine bezaubernde Tochter, die mit besonders viel Anmut eine Wahnvorstellung verkörpert.

Sandra Binkenstein Varel / Redaktion Friesland
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