Hohenkirchen Die Kinder und Jugendlichen rennen um den Container herum: „Schau mal, die Blume habe ich gemacht“, sagt Gerta. „Und auf der anderen Seite ist auch noch eine von mir“, ruft Siber. Die beiden Mädchen aus dem Kosovo und aus Syrien sind stolz auf ihre Arbeit, ebenso wie die anderen.

Gemeinsam haben sie in dieser Woche einen Container mit Gartengeräten am Internationalen Garten in Hohenkirchen mithilfe von Spraydosen gestaltet. Möglich gemacht wurde das im Rahmen der NWZ -Weihnachtsaktion.

Austausch der Kulturen

„Die Kreisjugendpflege hatte die Idee zu der Aktion, deutsche Kinder und die, mit Migrationshintergrund, sollten näher zusammengebracht werden“, sagt Katharina Kroll, Integrationsberaterin des Diakonischen Werkes Friesland-Wilhelmshaven. Sie hat das Projekt begleitet, gemeinsam mit Jörg Westphal von der Jugendpflege Wangerland, und Gemeindejugendpflegerin Imke Gerdes sowie Daniel Treptow – der die Aktion vor Ort geleitet hat.

Treptow ist Geschäftsführer des Message Hip-Hop-Stores in Wilhelmshaven. Er kennt sich mit Graffiti aus, sprayt selbst seit mehr als 20 Jahren und hat bereits viele Kurse gegeben. „Die Kids lernen zuerst den Umgang mit Farbe – wir haben uns erst einmal mit grundlegenden Dingen beschäftigt, also: wie decke ich das Umfeld richtig ab, bevor ich mit der Spraydose arbeite“, sagt Treptow.

Doch hinter der Aktion steckt noch viel mehr: „Das Projekt ist auch ohne viel Sprache möglich“, meint Katharina Kroll. Die jungen Menschen, die noch nicht lange in Deutschland leben, können sich trotzdem gut verständigen. „Sie schauen einfach zu und machen es dann nach.“ Daniel Treptow nickt. „Gemeinsame Kreativität ist super wichtig“, findet er. „Gemeinsam in Aktion treten, handeln, etwas tun – so kommen wir zusammen.“

Und Berührungsängste haben die Kinder und Jugendlichen offensichtlich nicht. „Das macht wirklich Spaß“, sagt die 13-jährige Siber. Seit sieben Monaten lebt sie jetzt in Hohenkirchen. „Und wir verstehen uns alle sehr gut.“

Stolz auf ihre Arbeit

Die Geschwister Rovena und Gerta aus dem Kosovo stimmen ihr zu. „So etwas haben wir vorher noch nie gemacht – aber es bringt Spaß“, sagen sie.

Luli aus Albanien dagegen hat schon ein wenig Erfahrung mit Graffiti: „Im Jugendraum in Hohenkirchen haben wir schon einmal etwas gesprayt – deshalb wollte ich unbedingt wieder dabei sein“, sagt der 14-Jährige. „Die anderen hier kenne ich noch nicht so lange – aber wir verstehen uns gut“.

Und eines haben sie sich schon jetzt überlegt: Demnächst wollen sie mal mit ihren Eltern an dem Container vorbeifahren. „Dann mache ich eine Fahrradtour mit ihnen“, sagt die 13-jährige Mirela. „Und zeige ihnen, was wir hier geschafft haben.“

Antje Brüggerhoff Agentur Hanz / Redaktion Jever
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