SCHORTENS „Liebe Mitklone und Mitkloninnen“, beginnt eine Kopie Angela Merkels ihre Neujahrsansprache 2058. Tags zuvor hat die Regierungschefin das Museum der Sozialdemokratie eröffnet und den Grünen-Gedenktag aus dem Kalender gestrichen. Selbst schuld, die hätten sich ja auch klonen lassen können, bemerkt der Kanzler-Klon.

In Zeiten, in denen Männer von ihrem Zeugungsverweigerungsrecht Gebrauch machen und Wolfgang Schäuble für die Sicherheitspolitik allen Verpackungsmüll der Demokratie entsorgt hat, erscheinen Florian Schroeder derlei Zukunftsvisionen gar nicht so abwegig.

Keine 30 Jahre alt ist der in Berlin lebende Kabarettist und lieferte im Schortenser Bürgerhaus in seinem Programm „Du willst es doch auch“ brillanten Scharfsinn und pointensichere Polit-Comedy. Ob Unternehmensberater, Showstars und Fernseh-Quasseltüten, Polit-Prominenz von der „Perle aus der Uckermark“ über die „sprechende Hecke“ Kurt Beck bis zu Günther Oettinger und Nicolas Sarkozy – selbst Kindergärterinnen und die Lehramtsstudenten der Generation „Irgendwas mit Medien“ überzieht Schroeder mit Häme. Dass die für einen Psychotest aus dem Publikum herausgefischte Stefanie ausgerechnet Lehramtsstudentin ist, war nicht abgesprochen – Ehrenwort!

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Als aufstrebender Dienstleistungskabarettist erklärt Florian Schroeder mit Flipchart und Fragebogen, wann der beste Zeitpunkt ist, sich scheiden zu lassen. Oder er entlarvt die Post-Tochter DHL als „Deutsche Hinterziehungshilfe Liechtenstein“, lässt Peter Struck mit einem Kurt-Beck-Protestsong vor Dieter Bohlen in „Deutschland sucht den Superstar“ auftreten und Angela Merkel bei einer Sex-Hotline anrufen.

Florian Schroeder ist das brüllend-komische Universal-genie auf der Kabarettbühne. Das beweist er vor allem dann, wenn er die Parodisten parodiert und Kollegen wie Dieter Nuhr, Ottfried Fischer, Jochen Busse, Matthias Richling oder Wolfgang Schmickler grandios auf Korn nimmt oder lang hingestreckt über den Talkmaster-Tisch den Reinhold Beckmann gibt.

Nur einer ist im Original schon unschlagbar, sagt Schroeder und lässt zum Beweis ein Playback einspielen: Edmund Stoibers legendäre Transrapid-Rede.

Oliver Braun Redakteur / Redaktion Jever
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