Tettens Der achteinhalb Meter hohe Weihnachtsbaum steht noch in vollem Lichterglanz in der St. Martins-Kirche in Tettens. Das aufwendige und schwierige Schmücken mit langer Leiter, langem Kerl und einer Harke bot den Schlusspunkt eines langen Rückblicks in Wort und Bild auf ein ereignisreiches Jahr der 700 Mitglieder zählenden Kirchengemeinde. Einer der Höhepunkte war dabei im September die Amtseinführung der neuen Pastorin Anna Bernau für Tettens und Middoge nach einjähriger Vakanz der Pfarrstelle.

Den Gottesdienst für den Neujahrstreff übernahm allerdings Lektor Horst Hinrichs. Sein Thema waren Luther und das Reformationsjubiläum 2017. Im Anschluss blieb die Gemeinde an den Stehtischen bei Tee, Keksen und Neujahrskuchen in der Kirche noch zum Klönschnack zusammen.

„Ich bin für den irdischen Teil zuständig“, hatte zuvor Angelika Eikermann vom Gemeindekirchenrat erklärt und hatte der Gemeinde allerhand Zahlen aus dem zurückliegenden Jahr aufbereitet – nicht selten ging es dabei ums Geld. So wurde für rund 11 000 Euro eine neue Lautsprecheranlage für die Kirche angeschafft und zurzeit wird für 80 000 Euro das Pfarrhaus saniert. In sechs Wochen soll die Maßnahme abgeschlossen sein. Auch Pflege und Erhalt der Kirchwarf und des Friedhofs gingen ins Geld. Eikermann erklärte zudem, dass es 2016 weniger Beerdigungen in Tettens gegeben habe. „Die Bestattungskultur verändert sich.“ Mit dem Thema werde sich die Gemeinde auseinanderzusetzen haben.

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Der Gemeindekirchenrat dankte allen Gemeindemitgliedern, die – auch wenn sie nur sporadische oder keine Kirchgänger seien – mit ihren Kirchensteuern erheblich dazu beitragen, dass Kirche, Pfarrhaus und Friedhof finanziert werden können. Kollekten und viele Spenden haben dabei geholfen, sagte Eikermann. Der Gemeindekirchenrat müsse das Gemeindeleben organisieren und finanzieren wie eine politische Gemeinde ihr Gemeinwesen. „Wir haben das Kirchschiff gut auf Kurs gehalten“, bilanzierte sie.

Und noch ein paar Zahlen hatte Eikermann zu bieten: So wurden im vergangenen Jahr elf Konfirmanden eingesegnet, es gab drei Hochzeiten und vier Taufen, zwölf Beerdigungen und 17 Sitzungen des Gemeindekirchenrats.

Seit einem Vorfall im Juli ist die Kirche nun auch videoüberwacht, berichtete Eikermann. Anfang Juli hatten ein oder mehrere Unbekannte zahlreiche Kerzen hinter dem Holzaltar der tagsüber öffentlich zugänglichen St. Martins-Kirche angezündet. Wäre das nicht zufällig entdeckt worden, hätte das den Altar in Brand setzen können.

2018 finden wieder die Wahlen zum Gemeindekirchenrat statt. „Wir sind das Salz in der Suppe“, so Eikermann. Sie ermutigte die Gemeindemitglieder, mitzumachen und sich zur Wahl zu stellen.

Oliver Braun Agentur Hanz / Redaktion Jever
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