Dangast Wenn sich die wilden Wikinger, die Kräuterhexe, die Marketenderin und die Wahrsagerin Andrea bei der Taverne treffen und von den kühnen Kriegsknechten sowie dem Gefolge zu Greifenberg belagert werden – dann ist „Mittelalter am Meer“.

Ein großes Heerlager aus dem Mittelalter hat bis Montag seine Zelte am Strand und teils auch hinter dem Deich aufgeschlagen. Mit dabei sind Wegelagerer, Händler und Handwerker verschiedenster Zünfte sowie edle Ritter mit ihren vornehmen Damen. Ein buntes Völkchen hat sich in Dangast niedergelassen und bietet eine spannende Zeitreise vom vierten bis ins 17. Jahrhundert.

Die Organisatoren konnten bei Weitem nicht alle Anmeldungen berücksichtigen „Mittlerweile hat es sich herumgesprochen, wie schön es hier ist“, sagt Kerstin Münch-Ahlers von der Friesischen Marktgilde. „Wir haben eine abwechslungsreiche Auswahl getroffen.“ Nun bevölkern 25 Heerlager und 35 Händler aus verschiedenen Epochen den Strand. Bei rasanten Schwertkämpfen toben sich die Freizeithelden zur Unterhaltung der Zuschauer so richtig aus und die Besucher können sich im Bogenschießen oder an der Axtwurfbahn versuchen. Für die kleinen Mittelalter-Fans gibt es ein Kinderritterturnier und viele mittelalterliche Kinderspiele.

Die Händler und historischen Darsteller kommen aus allen Teilen Deutschlands und ermöglichen dem Besucher einen Einblick in längst vergangene Zeiten. Der irische Barde Danian Narrenbart ist mit seiner Gitarre angereist, um das Volk mit „Sauf- und Raufliedern“ zu unterhalten. Zahlreiche Ritter versuchen, mit Axt-, Speerwurf- und Bogenschießübungen dem Gesinde die Silberlinge aus der Tasche zu ziehen.

Von weit her ist eine Krämerey ans Meer gezogen, um „auch den Nordländern mal was Vernünftiges anzubieten“. Aus Itzehoe sind die Wikinger „Drachenbaum“ angereist und freuen sich über Besucher in ihrem originalgetreu eingerichteten Zelt. Jens Boysen sagt: „Wir machen ein bisschen Urlaub und stellen unser Hobby vor.“ Seine Mitstreiter Astrid und Bernd Bielenberg kommen aus dem Tischlerhandwerk und haben viele Einrichtungsgegenstände selbst gebaut.

Christian Grabow nimmt die Gäste seiner Behausung mit ins Jahr 1190. Er hat sich als „Sarwürker“ das Kettenhemdflechten angeeignet und zeigt deren aufwendige Herstellung. Ein 20 Kilogramm schweres Exemplar, das er in elf Monaten aus 48 736 kleinen Eisenringen gefertigt hatte, können seine Gäste anprobieren, „Uff, da bin ich aber mächtig erleichtert“, sagt Urlauberin Ramona, nachdem sie es mühsam wieder ausgezogen hatte.

Die Händlergruppe „Careas“ erläutert die Bedeutung von Honig zur Heilung und Ernährung im Mittelalter. „Und besonders wichtig war der vergorene Honig in Form von Met“, hieß es und prompt wird dieser Honigwein serviert. Bei Andrea Fydrich aus Westerstede kann man sich die Zukunft voraussagen lassen. „Ich hab’ das Wahrsagen von einer alten Marktfrau gelernt“ erzählt sie.

An etlichen Ständen können sich die Besucher an Süßem oder Deftigem und auch fruchtigen oder hochprozentigen Getränken laben. Während sich mutige Burschen mit Degen bekämpfen, treten an anderer Stelle auf dem großen Festgelände Bauchtänzerinnen auf. So wird für kleine und große Besucher vieles geboten, und zwar noch am Samstag und Sonntag von 12 bis 23 Uhr und am Montag von 11 bis 18 Uhr.


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