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Horumersiel „Sonne liebe Sonne. Alle lieben Dich. Liebe Sonne, komm mal wieder raus!“ Immer wieder schallt am Sonnabend rhythmischer Sprechgesang über den Dorfplatz in Horumersiel: Rund 30 junge Leute mit und ohne Behinderung des Schortenser Vereins „Lebensweisen“ sowie Schüler der Waldorfschule Oldenburg und der Cäcilienschule Wilhelmshaven haben dort unter der großen alten Eiche ihre Druckwerkstatt aufgebaut. „Flattersätze“ lautet das Motto der Aktion im Rahmen der Horumersieler Literaturtage.

Flattersätze sind Sätze wie „Sonne liebe Sonne“, „Lächeln ist schön“, „Burnout machen mit Gummi“, „Zack die Bohne“, „Teezeit ist die beste Zeit“, „Maren war’s“ oder einfach nur „Herr Bittner“. Die jungen Frauen und Männer drucken sie mit Buchstabenstempeln von Hand in bunten Farben auf lange Banner. Ist ein Banner bedruckt, wird die Farbe per Bügeleisen auf dem Stoff fixiert. Dann wird das Banner an einen Ast der Eiche gehängt – und flattert im Wind.

„Ich brauche ein E!“ „Wer hat das L?“ Es geht lebhaft zu auf dem Dorfplatz. Die jungen Leute wuseln munter durcheinander. Immer wieder kommen Passanten vorbei, um zu sehen, was dort passiert. Und auch sie dürfen sich eine Farbe aussuchen, einen Buchstabenstempel einfärben und damit zum nächsten Flattersatz beitragen.

Die gut zu handhabenden Stempel haben die Lebensweisen in den vergangenen Wochen selbst angefertigt. Auch die Sätze für die Banner haben sie sich selbst ausgedacht. Rund um den Stamm der Eiche sind alle Sätze auf Zetteln zu lesen – wem ein Satz gefällt, nimmt ihn ab und bringt ihn als Stempel-Vorlage zum Banner.

Gefördert hat das Projekt der Landkreis Friesland aus dem Inklusions-Fonds. „Ziel ist natürlich, Begegnungen zu schaffen zwischen nichtbehinderten und behinderten Menschen“, erklärt Margret Finkenstädt von den „Lebensweisen“. Das ist Ziel aller Aktionen des Vereins, der für behinderte Menschen Türen öffnen und Nichtbehinderten Berührungsängste nehmen möchte, so dass alle ganz selbstverständlich in den Alltag integriert sind.

Mitgebracht haben die Lebensweisen außerdem ihr rollendes Museum: Der knallrote Bauwagen enthält passend zum Projekt „Flattersätze“ in 21 Vitrinen Texte und Gegenstände zum Themenbereich Stempel-Texte-Kommunikation.

Als das erste Banner im Wind flattert, sind mehrere Autoren, die bei den Literaturtagen nicht nur Lesungen halten, sondern mit Interessierten auch schreiben, dabei. Und schnell steht fest: Die Flattersätze-Aktion ist so toll, dass sie unbedingt wiederholt werden muss.

Der immer wieder ertönende Ruf der Lebensweisen nach der lieben Sonne blieb übrigens ungehört: Nur einmal ganz kurz spitzte die Sonne hinter den schweren Regenwolken hervor. Aber immerhin blieb es bei der Flattersätze-Aktion weitgehend trocken.


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Melanie Hanz Agentur Hanz / Redaktion Jever
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