Hooksiel Sie ist etwa 2,20 Meter hoch und so schwer, dass sie von drei Männern an ihren neuen Standort im Eingangsbereich der Bücherei Hooksiel im Gästehaus, Hohe Weg, getragen werden musste: Die Skulptur „Abgeschlossene Geschichte“ – ein Stapel aus 116 Büchern, gedreht zu einer Spirale, im Innern mit einer Eisenstange fixiert, und mit Rost überzogen. Gestaltet hat sie der Hooksieler Künstler Jürgen Ehlert.

Am Mittwoch wurde sie am neunen Standort mit einem kleinen Empfang präsentiert. „Diese Skulptur ist mir eine meiner wichtigsten“, sagte Ehlert in der Einführung. „Sie hat einen biografischen Hintergrund und ist die erste dieser Dimension und Machart im Rahmen meines künstlerischen Schaffens gewesen.“

Damit steht also nun Lebensgeschichte von Ehlert als Leihgabe vor der Bücherei: „Die 116 Bücher stammen aus meinem Regal, es handelt sich überwiegend um Fachliteratur, die ich im Leben benötigt habe“, sagt der 62-Jährige. Ehlert war jahrelang Lehrer in Bochum, hat Kunst studiert und kam 2010 nach Hooksiel.

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Die Skulptur oder besser „das Objekt“, wie Ehlert sie nennt, entstand in einer schwierigen Phase seines Lebens: „Sie bezeichnet das Ende einer krisenhaften Gemengelage“, sagte er. Sie sei also Ausdruck und Bestandteil der Aufarbeitung seiner eigenen Vergangenheit.

„Der ursprüngliche Wert der Bücher als Gebrauchsgegenstände ist verloren gegangen“, sagt er. „Und der Rost drückt für mich Vergänglichkeit, Wandlung und Zerfall aus – und das perfekt“, so Ehlert.

Er bedankte sich bei Bibliotheksleiterin Sandra Riedel, die unter anderem den Empfang vorbereitet hatte, bei Armin Kanning, Chef der Wangerland Touristik GmbH (WTG), und seinem Mitarbeiter Thorsten Sassen für die Unterstützung des Projekts. Die Bücherei ist im Gebäude der WTG untergebracht.

Zudem dankte er Richard Herfurth von der Arbeitsgruppe Hooksiel für den Transport der Skulptur an den neuen Standort. Zuvor war die Skulptur Teil der Ausstellung „Kunst am Berghamm“ in Hooksiels Gewerbegebiet gewesen. „Ich hoffe, dass sich hier jemand findet, dem das Objekt so gut gefällt, dass er es erwerben möchte“, so Ehlert.

Bis dahin bleibt es aber der Bücherei erhalten. Und die bekam zudem eines der „rostigen Bücher“ nicht als Leihgabe, sondern als Geschenk. „Das werden Sie wohl nicht verleihen“, scherzte Ehlert, als er es an Büchereileiterin Sandra Riedel übergab.


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