Jever Kaum ein Künstler des 20. Jahrhunderts ist im Jeverland so präsent wie Arthur Eden-Sillenstede, der als Malerhandwerker und Künstler arbeitete. Als malender Chronist hielt er Stadtansichten auf seinen Ölbildern fest – und darunter sind auch Ansichten, die unwiederbringlich verloren sind.

„Jevers stille Winkel“

Die Ausstellung mit Bildern von Arthur Eden-Sillenstede ist bis 31. Juli im Schlossmuseum Jever zu sehen. Ergänzt durch Fotos und Postkarten zeigt die Ausstellung das historische Jever, dessen malerische Schönheit Eden eingefangen hat. Das Schlossmuseum hat im vergangenen Jahr ein Werksverzeichnis von Arthur Eden-Sillenstede erstellt:

    www.eden-sillenstede.de

Lust und Interesse, Jever neu zu entdecken, weckt der Besuch der Ausstellung „Jevers stille Winkel“, die am Freitag im Schlossmuseum Jever eröffnet wurde. Arthur Eden, 1899 in Sillenstede geboren, lernte nach dem Volksschulbesuch in Sillenstede das Malerhandwerk bei Malermeister Popken in Jever (Ecke Am Kirchplatz/Rösterföhr). An der Unterrichtsanstalt des Kunstgewerbemuseums in Berlin studierte er von 1919 bis 1921, berichtete Museumsleiterin Prof. Dr. Antje Sander.

Seine erste Ausstellung war 1924 in Jever, wo er auch den Maler und Schriftsteller Georg von der Vring kennenlernte. Nach der Meisterprüfung übernahm er den väterlichen Betrieb in Jever und zog 1933 mit seiner Familie an die Schützenhofstraße und nach 30 Jahren, 1963, in seinen Geburtsort zurück, wo er 1977 starb.

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„Eden malte vieles, was es heute so nicht mehr gibt in unserer Stadt“, würdigte Bürgermeister Jan Edo Albers den Heimatmaler. Er hat Heimatgeschichte auf der Leinwand dokumentiert und „seine Stadt gemalt“. In den Stadt- und Straßenansichten zeigt sich, dass es Eden auch immer um das künstlerische Einfangen und Festhalten des Vorgefundenen ging.

Ausdrucksstark, mit gekonntem und unverwechselbarem Pinselstrich, öffnet er mit Ölgemälden, Kohleskizzen und Bleistiftzeichnungen die Augen für das Schöne in der Stadt. Seine Jeverschen Ansichten, die sonst als geschätzte Kostbarkeiten viele öffentliche Gebäude und Privathäuser zieren, sind bis zum 31. Juli im Schlossmuseum zu sehen.

Der kunstinteressierte Andreas Grundei erforscht mit Hartnäckigkeit und Spürsinn seit fünf Jahren das Bildmaterial des Malers. Er hat 172 Familien besucht, die Bilder von Eden besitzen, und 700 Ölgemälde und 400 Grafiken im Werksverzeichnis erfasst. Als Teamarbeit mit Dr. Maren Siems und Andreas Bocksberger zeigt die Ausstellung ausschließlich Ansichten aus Jever, die Veränderungen im Stadtbild aus heutiger Sicht deutlich werden lassen.

Ausstellungsbesucher erinnerten sich an eine ungewöhnliche Aktion des Künstlers, der nachmittags am 26. März 1956 eine „Bildausstellung unter freiem Himmel“ in Jever auf dem Kirchplatz zeigte. Von seiner Wohnung transportierte er die Exponate mit dem Handwagen.

Zwischen den Pfeilern der Arkaden der damaligen Fleischhalle spannte er Seile, und hängte weiße Tücher darüber, an denen er seine Bilder befestigte. Ermutigt zu dieser ungewöhnlichen Aktion hatte ihn eine erfolgreiche Ausstellung in Oldenburg.

Das Arbeiten im Freien mit ihrer eigenen Stilrichtung war das Markenzeichen Edens. Er fuhr lange einen Lloyd, den er neben seiner Staffelei parkte und auf dessen Kühlerhaube der Koffer mit den Farben stand. Die Illustratorin und Grafikerin Gisela Kalow berichtet über ihn: „Im hellen Kittel saß er vor seiner Staffelei. Oft sah ich ihm als Kind bewundernd über die Schulter, er ließ es zu.“


Mehr Infos und Öffnungszeiten unter   www.schlossmuseum.de 
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