Schweinebrück „Will ich das überhaupt machen, oder ist das Quatsch?“ Das hat sich Wiebke Bruns zunächst gefragt. Doch: „Warum nicht mal etwas Lustiges machen, einen Hingucker“, sagte sie sich schließlich – und strickte ein ganzes Fahrrad ein – einschließlich Klingel, Speichen und Pedalen. „Guerilla-Stricken“ nennt sich die Kunst, bei der Gegenstände durch Stricken verändert werden. Das bunte Fahrrad von Wiebke Bruns ist derzeit im Schaufenster des Fahrradgeschäfts Langerenken in Zetel, Jacob-Borchers-Straße, ausgestellt.

Auf die Idee des „Guerilla-Strickens“ hatte sie ein Foto gebracht, das ihr ihre Kinder von einem Urlaub in Salzburg präsentierten. Es zeigt ein ebensolches, „ge-woll-tes“ Rad an einem dortigen Straßenrand.

Wiebke Bruns gewann Dirk Langerenken vom gleichnamigen Fahrradgeschäft in Zetel für ihre Idee, er stellte ihr ein altes Fahrrad zur Verfügung. Jede Menge buntes Garn und sogar begonnene, aber nicht vollendete Strickarbeiten erhielt sie aus der Nachbarschaft, aus dem Freundes- und Bekanntenkreis. Es sollten helle Farben sein, so wünschte sie es sich. Ihr Fahrrad sollte schließlich schöner werden als das vom Foto in Salzburg.

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Viele Stunden verbrachte sie in der Winterzeit dann in ihrem Wintergarten und arbeitete an dem Projekt. „Damit habe ich meinen Winter-Blues“ überwunden“, sagt sie rückblickend. Die Lichtkabel am Rad wurden abgebaut, zunächst zum Bestricken auch eine Pedale. „Aber das war gar nicht nötig“, weiß sie im Nachhinein. Ihr Mann Helmut hat sie bei den technischen Dingen gut unterstützt.

Vom Lenker bis zum Fahrradständer, auch die kleinsten Details erhielten ihren Stricküberzug. Als ein wenig „knifflig“ entpuppten sich laut Wiebke Bruns die Speichen, aber auch das gelang. „Es ist überhaupt nicht schwierig, man muss nur häkeln und stricken und entsprechende Arbeitsanleitungen lesen können“, sagt sie. Strümpfe, Handschuhe oder Schal stricken hat sie schon in ihrer Kindheit gelernt. „Meine Oma hat jeden Tag auf fünf Reihen stricken bestanden, und das war gut.“ So setzte Wiebke Bruns jetzt auf die Fahrradklingel noch zusätzlich ein gehäkeltes Blümchen sowie drei weitere auf das hintere Schutzblech. „Es hat richtig Spaß gemacht“, sagt die 74-Jährige. „Sogar die guten Knöpfe, die ich noch hatte, habe ich mitverarbeitet.

Für sie war das „Guerilla-Stricken“ mal etwas Anderes als „nur Socken zu stricken.“ Socken aus eigener Produktion gibt es aber auch weiterhin für Familienangehörige.


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Anke Wöbken Varel / Redaktion Friesland
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