+++ Eilmeldung +++
Aktualisiert vor 25 Minuten.

Unfall In Richtung Hamburg
Zwei Autos und ein Laster blockieren A1 bei Stuhr

Viel zu entdecken gab es am Sonntag beim Flohmarkt an der Vareler Mühle. Zugunsten des Fördervereins der Mühle konnte jeder gegen ein Standgeld in Form eines Kuchens einen Stand aufbauen. Der Erlös der Caféteria kommt dem Förderverein zu Gute. Wegen der nicht gerade vielversprechenden Wettervorhersage hatten sich nicht so viele Aussteller angemeldet wie beim vergangenen Flohmarkt. Dennoch wurde eine große Vielfalt gebrauchter Dinge angeboten. Vor sehr langer Zeit waren die Bügeleisen in Gebrauch, die Hermann Wiemken aus Büppel anbot. Der frühere Hochspannungsmonteur hatte mal alte Bügeleisen gesammelt. „Das ist zu viel geworden, da muss was weg“, sagte er. So fand ein sehr schweres, mit Kohle beheizbares Plätteisen schnell eine neue Besitzerin. Die Urlauberin Heike Baerens aus Ilsede schlenderte über den Flohmarkt und staunte: „Dass es hier so etwas gibt – gerade so eins fehlt mir noch.“ Irmgard Wiemken freute sich auch, wieder ein Schwergewicht aus dem Fundus ihres Mannes los zu sein. Dieser widmet sich seit über zehn Jahren auch Uhren aller Art. Auf Flohmärkten kauft er nicht funktionierende Wand-, Küchen- und Standuhren, repariert und restauriert sie und verkauft die dann wieder tickenden Zeitmesser. „Als Rentner muss man ja was zu tun haben“, sagte er fröhlich.

Mit einem Fest feierten die Anlieger der Carl-Benz-Straße am Sonnabend das 25-jährige Bestehen ihrer kleinen Siedlung, in der heute nicht nur 13 Familien, sondern auch viele Tiere wohnen: ein Hund, drei Schildkröten, 240 Fische und viele Katzen. Dierk Nattke, Frank Brunken und Wolfgang Watske hatten ein kleines Programm vorbereitet. Während tagsüber ein Flohmarkt für jedermann stattfand, kamen am Abend alle zur Party zusammen. Zum Jubiläum wurde auch eine Chronik erstellt. Darin sind alle gemeinsam gefeierten Ereignisse seit 1989 wie Richtfeste, Einweihungen, Hochzeiten, Geburten, Konfirmationen und eine Beerdigung verzeichnet. Das am Anfang der ruhig und dennoch zentrumsnah gelegenen Sackgasse stehende Straßenschild hat ebenfalls eine Geschichte. Erst das dritte von der Stadt aufgestellte Schild war richtig beschriftet. Beim ersten wurde „Carl“ mit „K“ geschrieben und beim zweiten fehlten die Bindestriche.

Höhepunkt des Tages war eine rückblickende Dia-Schau. Man sah Baufortschritte, Einzüge und immer wieder gemeinsam spielende Kinder. Die sichtbaren Veränderungen der einzelnen Anwohner im Laufe der vergangenen 25 Jahre lösten viel Gelächter aus.

In der Carl-Benz-Straße lebt ein bunt gemischtes Völkchen im Alter von ein bis 87 Jahren, es wird eine aktive Gemeinschaft gelebt, und jeder macht mit, so wie er kann.

Viele kleine Schritte Einzelner sollen zum Umdenken führen: Am Sonnabend machte das Friedensmobil in Dangast halt, um auf Kriege und Kriegsgefahren in aller Welt hinzuweisen. Auf Einladung von Peter Tobiassen und Kurt Seiler vom Vareler Friedensforum kam die Aktion auch in den Badeort. Eigentlich führt die Tour nur durch größere Städte, wie Hannover oder Halle an der Saale – durch ganz Deutschland. Gleich nachdem das farbenfrohe Fahrzeug den Stellplatz beim Alten Kurhaus erreicht hatte, legten Mareike Wingerath und Jochen Petzschmann vom Forum Ziviler Friedensdienst aus Köln Infomaterial bereit und spannten ein kleines Stück „Friedensband“. Peter Tobiassen, Kurt Seiler, Mareike Wingerath und Jochen Petzschmann sammelten für dieses „Friedensband“ Unterschriften. Denn darum geht es: Am 6. September soll das bekannteste Denkmal militaristischer Politik, die Berliner Siegessäule, über ein „Friedensband“ mit dem Machtzentrum der Bundesrepublik, dem Kanzleramt, verbunden werden. An diesem 1,8 Kilometer langen Band sollen 10 000 Unterschriftenkarten ein sichtbares Zeichen für den Frieden setzen. In Dangast kamen weitere Unterschriften zusammen – Besucher zeigten sich interessiert.

Die Besucher beim Friedensmobil konnten sich auch über den Hintergrund informieren. In den politischen und wirtschaftlichen Kreisen Deutschlands wird über militärisches Engagement an den Krisenherden der Welt diskutiert. Bundespräsident Joachim Gauck und die Minister Frank-Walter Steinmeier und Ursula von der Leyen haben eine Debatte über die internationale Verantwortung Deutschlands angestoßen, erklären die Mitarbeiter des Zivilen Friedensdienstes. Die Botschaft der Politiker laute: Mehr Verantwortung in der Welt bedeutet mehr militärisches Engagement. Die Unterschriftensammler meinen dazu: Vor allem der Afghanistaneinsatz beweise, dass Militär keinen Frieden schaffen könne. Daher lautet die Botschaft der Friedensdienstler: „Friedenspolitik statt Militäreinsätze“. Das Forum Ziviler Friedensdienst weist darauf hin, dass ausgebildete Friedensfachkräfte wie Jochen Petzschmann in Deutschland selten seien. Friedensfachkräfte sollen durch besondere Schulungen in schwierigen Situationen in der Lage sein, Treffen der Konfliktparteien zu ermöglichen.

Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.