Bohlenbergerfeld Ein recht seltenes Jubiläum feiert in diesen Tagen Hartmut Claußen. Seit nunmehr 60 Jahren ist er als Segelflieger aktiv. Der Schweinebrücker ist nach wie vor im Einsatz für die Luftsportgemeinschaft Waterkant-Zetel. „Als Jugendlicher habe ich beim Bau des ersten Segelflugzeuges ,Baby III‘ mitgeholfen“, erzählt Hartmut Claußen, wie er von dem „Fliegervirus“ infiziert worden war: „Das hat meine Begeisterung für diesen schönen Sport geweckt.“

Im Alter von 15 Jahren machte er am 26. Juli 1955 seinen „ersten Rutscher“ mit dem Flieger „SG 38“ im ostfriesischen Brockzetel bei Aurich unter Aufsicht des Fluglehrers Martin Decker. Am 31. Juli 1955 legte der Schweinebrücker dann bereits die anspruchsvolle A-Prüfung erfolgreich ab.

Es folgten in den Jahren 1956 und 1957 die B-, beziehungsweise die C-Prüfung. Am 11. Oktober 1959 bestand Hartmut Claußen die Prüfung zum Luftfahrschein für Segelflugzeuge. „Da der LSV „Ikarus“ Zetel über keinen eigenen Flugplatz verfügte, wurde in Brockzetel, Mariensiel und Lemwerder gestartet und gelandet“, erinnert sich Hartmut Claußen.

Nach der Gründung der Luftsportgemeinschaft (LSG) Weserflug Varel konnte der jetzt 75-Jährige zusammen mit seinen Vereinskameraden ab Juni 1959 ab Friedrichsfeld fliegen. Im Laufe der Zeit erwarb Hartmut Claußen die F-Schleppberechtigung und den Windenfahrschein.

Der Schweinebrücker widmete sich, auch beruflich, immer den Fahrzeugen (Schlepper, Winde). Er steht auch heute noch im Winterhalbjahr in der Metallwerkstatt auf der Vereinsanlage in Bohlenbergerfeld, um die Fahrzeuge für die anstehende Saison wieder auf Vordermann zu bringen.

Zwischenzeitlich erwarb Claußen die Berechtigung für das Fliegen von Motorseglern einschließlich der F-Schleppberechtigung. Er ist auch als Motorwart und Schlepp-Pilot für den Zeteler Verein unermüdlich im Einsatz. Nach dem Eintritt ins Rentenalter unternahm Claußen mit anderen Fliegerkameraden Ausflüge mit dem Motorsegler nach Schweden, Frankreich, Ungarn und Polen.

Besonders froh ist er über den jetzigen Standort des Vereins LSG Waterkant-Zetel: „Seit 1976 ist Bohlenbergerfeld die Heimat der Segelflieger. Dort war ich 20 Jahre im Vorstand aktiv, davon die überwiegende Zeit als erster Vorsitzender. Unter meiner Leitung standen viele unvergessene Flugtage und Flugtagfeste.“

Die Lust am Segelfliegen ist bei dem Routinier noch ungebrochen. „Solange der Fliegerarzt noch grünes Licht gibt, will ich diesen Sport auf keinen Fall aufgeben“, sagt er. Hartmut Claußen ist nicht ein Mann der großen Worte, sondern der Taten, dafür ist er bekannt. Deshalb wird es auch keine große Feierstunde anlässlich des Jubiläums geben. „Die Mitglieder der Luftsportgemeinschaft wünschen ihm für die Zukunft noch viele schöne Flüge“, gab ihm der Vorstand mit auf dem Weg.

August Hobbie Varel / Mitarbeiter
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