FRIESLAND Politisches Kalkül gegen klare Profilierung: Die Entscheidung des CDU-Kreisvorstands, bei der Landratswahl im September 2011 einen eigenen Kandidaten gegen Amtsinhaber Sven Ambrosy (SPD) ins Rennen zu schicken (die NWZ berichtete), sorgt in den Orts- und Stadtverbänden für Diskussionen. Während sich die Kreistagsfraktion der CDU geschlossen für eine – je nach Lesart – „Tolerierung“ oder „Unterstützung“ Ambrosys ausgesprochen hat, hat der Kreisvorstand mehrheitlich für die Aufstellung eines eigenen Kandidaten votiert.

Bei dem Vorschlag, Ambrosy mitzutragen, spielten vor allem taktische Überlegungen eine Rolle. Anstatt einen eigenen Kandidaten in das riskante Rennen gegen den rührigen Amtsinhaber zu schicken, könnte die CDU mit dem Verzicht auf einen Wettbewerber Zugeständnisse aushandeln. Die Rede ist hier u. a. von den Posten des stellvertretenden Landrats und des Ersten Kreisrats.

Die Befürworter des eigenen Kandidaten haben dagegen grundsätzliche Beweggründe. Als große Volkspartei könne die CDU das Feld nicht einfach der SPD überlassen. „Am Wahltag für den Landrat sind auch Kommunalwahlen. Wie wollen wir den Wählern vermitteln, dass wir auf Kreisebene den SPD-Mann unterstützen und gleichzeitig auf Gemeinde- und Stadtebene gegen die SPD konkurrieren“, fragt Jevers CDU-Vorsitzender Peter Kaiser.

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„Alternativen bieten“

Auch für Wolfgang Ottens, Vorsitzender der CDU in Schortens, ist es wichtig, den Bürgern eine Alternative zu bieten. „Wir müssen Unterschiede deutlich machen, Absprachen können wir nicht gut heißen“, so Ottens.

Michael Drees, CDU-Chef auf Wangerooge, führt ein weiteres Argument für einen CDU-Kandidaten ins Feld: „Wir haben in Friesland keinen Landtagsabgeordneten, keinen Bundestagsabgeordneten und keinen Landrat. Deshalb müssen wir uns klar positionieren“, so Drees. Er wolle damit Ambrosy kein schlechtes Zeugnis ausstellen. „Wir müssen aber ein eigenständiges Profil entwickeln und eine personelle Alternative aufzeigen“, so Drees.

Während in den CDU-Verbänden in Jever, Schortens, Wangerland, Wangerooge und Bockhorn nach Angaben ihrer Vorsitzenden Konsens über die Aufstellung eines eigenen Kandidaten herrscht, ist der Stadtverband Varel noch nicht auf einer Linie, berichtet der stv. Vorsitzende Dirk Brumund. Auch der Ortsverband Zetel befindet sich nach Angaben seines Vorsitzenden Jörg Mondorf noch in der Entscheidungsfindung. Ähnlich sieht es bei der CDU in Sande aus.

Suche nach Bewerber

Frieslands CDU-Kreischef Hans-Werner Kammer, der für eine Unterstützung Ambrosys plädiert hatte, hat die Vorsitzenden der Ortsverbände an diesem Donnerstag nach Jever eingeladen, um das weitere Vorgehen zu besprechen. Der Beschluss des Kreisvorstands sei unumstößlich, nun gehe es um das weitere Vorgehen. Dabei geht es auch um die Frage, wen die CDU ins Rennen schickt.

Bisher wird darüber nur spekuliert. Als möglicher Kandidat wird der Marine-Offizier Frank Vehoff aus Schortens gehandelt. Dem Kommandeur des Marinestützpunktes Wilhelmshaven werden aber auch Ambitionen für die Oberbürgermeisterwahl an der Jade nachgesagt.

Kammer selbst betonte, dass eine eigene Kandidatur für ihn nicht in Frage kommt. „Wir brauchen einen jüngeren Kandidaten mit Perspektive“, so der 61-Jährige.

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