Brake /Norden Damit diese Forschungsarbeit einen nicht kalt lässt, ist gut Einpacken Pflicht: Zweimal im Jahr untersuchen Biologen des Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) die tierischen Bewohner der Lütetsburger Plate. Die Expedition zur Muschelbank im Norderneyer Rückseitenwatt und die Untersuchung der Proben gibt Aufschluss über den Zustand der Miesmuscheln und Austern.

„Mikroskopisch klein sind die Gegenstände unserer Untersuchung nicht“, sagt Jette Kondziolka, während sie mit einem Messer behutsam Seepocken von einer handgroßen Auster entfernt. Im Gegenteil: Auf die mit bloßem Auge erkennbare und damit „makroskopische“ Wirbellosenfauna (Makrozoobenthos) haben es die junge FÖJlerin und ihre Kolleginnen abgesehen. Und das bedeutet auch schon mal: Waschen, Schrubben und Vermessen.

Nach dem Reinigen und Sortieren des Probenmaterials geht es für Mensch und Muscheln weiter mit der wissenschaftlichen Untersuchung: „Wir führen spezifische Analysen der gefundenen Arten durch – zum Beispiel hinsichtlich Biomasse und Altersstruktur“, erklärt Dr. Marc Herlyn, Leiter der Norder Arbeitsgruppe, die organisatorisch zur NLWKN-Betriebsstelle Brake-Oldenburg gehört.

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Damit die verschiedenen Krebse, Muscheln und Schnecken überhaupt auf den Untersuchungstisch kommen können, hieß es einen Tag vorher: früh aufstehen! Mit dem NLWKN-Mehrzweckschiff Leyhörn ging es für das Team rund 15 Kilometer hinaus ins Norderneyer Rückseitenwatt. Auf der so genannten Lütetsburger Plate, einer Sandbank zwischen Festland und Norderney, wird seit 1994 die Muschelbank beobachtet. Seit 2004 sammeln die Biologen jeweils im Frühjahr und Herbst Proben der Fauna. „Zudem werden unter anderem Lage, Ausdehnung und Besiedlungsdichte der Muschelbank genau erfasst“, so Marc Herlyn.

Seit zwei Jahrzehnten stoßen die Norder Forscher dabei immer öfter auch auf die Pazifische Auster (Crassostrea gigas). Die Ende der 1990er Jahre aus Zuchtkulturen im Bereich der Oosterschelde eingewanderte Art hat sich auch auf der Lütetsburger Plate neben der heimischen Miesmuschel (Mytilus edulis) niedergelassen. „Am Beispiel der Bestandsentwicklung wird deutlich, dass die Miesmuschel nicht durch die Auster verdrängt worden ist, sondern beide Arten auf den Muschelbänken koexistieren“, sagt Herlyn.

Die Untersuchungen im Norderneyer Watt sind Bestandteil der Überwachung des Makrozoobenthos an der Niedersächsischen Küste. Eingebunden sind sie in das Bund-Länder-Messprogramm für die Meeresumwelt von Nord- und Ostsee (BLMP) und den Bewirtschaftungsplan Miesmuschelfischerei im Nationalpark Wattenmeer.

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