Wangerooge Der letzte größere Brandeinsatz auf der Insel Wangerooge ist schon bald zwei Jahre her – im Mai 2017 war im Keller eines Wohn- und Geschäftshauses an der Zedeliusstraße ein Feuer ausgebrochen. Und wenn es auch im vergangenen Jahr glücklicherweise nur zwei Kleinbrände zu löschen gab – viel Arbeit hatte die Freiwillige Feuerwehr der Insel Wangerooge durchaus, berichtete Gemeindebrandmeister Torsten Stumpf bei der Jahreshauptversammlung der Wehr.

mehr Hilfeleistungen

Bei den Hilfeleistungen gab es 2018 eine Zunahme auf 48 Einsätze (2017: 37 Einsätze). So mussten in sechs Fällen Personen aus Aufzügen befreit werden, es gab einen Kohlendioxid-Alarm in einem Restaurant und die Feuerwehr leistete Hilfe bei den Absperrmaßnahmen vor der Sprengung eines Weltkriegs-Relikts.

Neunmal war zudem die Tragehilfe der Feuerwehr für den Rettungsdienst gefragt, zudem barg die Feuerwehr ein an den Strand gespültes Fass mit einer unbekannten Flüssigkeit.

Übungsdienste, technische Dienste, Sitzungen und Besprechungen, Fortbildungen und Lehrgänge sorgten überdies für einen gut gefüllten Dienstplan der Einsatzkräfte. Am Ende des Jahres brachte es die Feuerwehr Wangerooge laut Gemeindebrandmeister auf insgesamt 2356 Dienst- und Einsatzstunden.

So zum Beispiel Hilfeleistungen nach einem Unfall auf dem Inselbahnhof, als eine Urlauberin mit ihren Beinen unter die Räder des bereits angefahrenen Zuges geraten und schwer verletzt worden war. Auch im Fall eines gestrandeten Fischkutters leistete die Feuerwehr Hilfe.

Zu viele Fehlalarme

Ärgerlich seien die zahlreichen Fehlalarme durch schlecht gewartete Rauchmelder, sagte Stumpf. Zwei, drei Betriebe fallen in dieser Hinsicht offenbar besonders negativ auf. Diese Einsätze werden den Verursachern in Rechnung gestellt.

In Summe rückte die Insel-Feuerwehr 2018 zehnmal nach Brandmeldungen aus – darunter acht Fehlalarme durch Brandmeldeanlagen. Im Vorjahr gab es nur sieben Brandalarmierungen.

Mit Blick auf die Fahrzeuge war 2018 kein normales Jahr, sagte Stumpf. So musste zum einen die Drehleiter für 55 000 Euro technisch überprüft und gewartet werden. Dazu musste das Fahrzeug zu einem Fachbetrieb am Festland geschafft und für 30 Tage eine Ersatz-Drehleiter auf die Insel geholt werden.

2019 steht die Instandsetzung des Leiterwagens an: Dazu muss das Fahrzeug ebenfalls ans Festland und für die Zwischenzeit eine Ersatz-Drehleiter her. Der Leiterwagen ist für die Insel unverzichtbar: Er stellt für viele Gebäude auf der Insel – vor allem für die Hotels – den vorgeschrieben zweiten Rettungsweg sicher. 2019 wird zudem die große Inspektion des Tanklöschfahrzeugs fällig. Das kostet rund 14.000 Euro.

Neues Gelände-Fahrzeug

Neu im Fuhrpark der Insel-Feuerwehr ist seit November ein geländegängiges und strandtaugliches Mehrzweckfahrzeug. „Dieses Fahrzeug geht einfach überall durch“, gab der Gemeindebrandmeister die Begeisterung seiner Kameraden wieder. Die Gesamtkosten von knapp 103.000 Euro für den Allrad-Sprinter stemmte die Gemeinde Wangerooge (30.000 Euro) mit Unterstützung des Landkreises (60.000 Euro) und einem Zuschuss der Öffentlichen Versicherung. Der Verkauf des alten Landrovers hatte noch 6.000 Euro gebracht.

Auf die Bedeutung der Feuerwehr für Wangerooge, verbunden mit großem Dank für die Einsatzbereitschaft gingen Bürgermeister Marcel Fangohr, stv. Landrat Reiner Tammen, Peter Beer als Vertreter der Polizeiinspektion und Hans Warfsmann vom Kampfmittelbeseitigungsdienst ein.

Kreisbrandmeister Gerhard Zunken schlüsselte die Einsatzzeiten und Fortbildungen auf und beförderte Torsten Stumpf zum Hauptbrandmeister. Zuvor hatten beide die langjährigen Feuerwehrkameraden Rainer Janßen und Jürgen Wiebach geehrt. Zunken sprach auch die enge Personaldecke der Feuerwehr auf Wangerooge an und regte mit Blick auf die langfristige Nachwuchsgewinnung – wie auch schon mancherorts auf dem Festland – den Aufbau einer Kinderfeuerwehr an.

Oliver Braun Agentur Hanz / Redaktion Jever
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