Wangerooge Die Situation gab es 2010/11 schon einmal: Der Freiwilligen Feuerwehr Wangerooge fehlen aktive Einsatzkräfte. „Zurzeit ist die Situation sehr kritisch“, sagt Gemeindebrandmeister Torsten Stumpf: „Mir gehen die Leute flöten – und zwar die sehr gut ausgebildeten.“

Bis Jahresende werden knapp zehn Feuerwehrfrauen und -Männer Wangerooge verlassen haben, sagt Stumpf. „Die Gründe: Sie haben am Festland besser bezahlte Jobs und günstigere Wohnungen.“ Von vielen Jüngeren sei zu hören, dass sie auf der Insel nur für die Wohnungsmiete und ihr Auto am Festland arbeiten – „sie haben keine weitergehende finanzielle Perspektive auf Wangerooge“.

Für die Freiwillige Feuerwehr auf der Insel ganz bitter: Alle, die ans Festland umziehen, sind Atemschutzgeräteträger und drei von ihnen Kraftfahrer. „Und das sind die Qualifikationen, die Feuerwehrkräfte nur mit erheblichem zeitlichem Aufwand erlangen“, sagt Stumpf.

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Problem Erreichbarkeit

Er hat Bürgermeister Marcel Fangohr über diese Entwicklung ebenso in Kenntnis gesetzt wie den Kreisbrandmeister und die friesländischen Stadt- und Gemeindebrandmeister. Gemeinsam wird nun überlegt, wie die Insel-Feuerwehr wieder dichter an ihre Sollstärke von 26 Einsatzkräften heranrücken kann. „Für einen größeren Einsatz brauchen wir hier mindestens 22 voll ausgebildete Feuerwehrkräfte“, sagt Stumpf. Dann ist auch die Überbrückung bis zum Eintreffen der Verstärkung vom Festland gesichert.

Das Problem Wangerooges ist die Erreichbarkeit. Zwar gibt es seit mehr als zehn Jahren einen Alarmierungsplan für größere Einsätze für Verstärkung von den Festlandsfeuerwehren – insbesondere Minsen, Carolinensiel und Sande; doch bis Einsatzkräfte nach Wangerooge übergesetzt sind, können natürlich immer einige Stunden vergehen – je nach Tages-/Nachtzeit oder Wetterlage.

Hilfe kommt regelmäßig von der Partnerfeuerwehr Ibbenbüren – wenn von dort Einsatzkräfte auf der Insel sind, rücken die ganz selbstverständlich auch mit aus.

Um wieder mehr Aktive für die Insel-Feuerwehr zu gewinnen, soll nun erneut eine Werbekette anlaufen. Zum einen will die Gemeinde Feuerwehrkräfte, die schon länger nicht mehr zu den Übungsdiensten gekommen sind, angesprochen und reaktiviert werden; denn auf dem Papier hat die Freiwillige Feuerwehr 44 Mitglieder; zum anderen sollen verstärkt neue Kräfte angeworben werden – und zwar alle zwischen 18 und 40 Jahren.

Ziel: 26 Aktive

Und Bürgermeister Marcel Fangohr will den freiwilligen Einsatz etwa mit Vergünstigungen attraktiver machen – ähnlich wie die Ehrenamtskarte für Feuerwehrkräfte am Festland. Ziel ist, die Mindeststärke von 26 Einsatzkräften verlässlich zu erreichen – und zwar innerhalb von zwei Monaten.

Sollte das nicht gelingen, dann zieht die Pflichtfeuerwehr-Satzung, die die Gemeinde Wangerooge 2011 aufgestellt hatte. Auch damals fehlten aktive Einsatzkräfte.

Die Satzung ermöglicht, die freiwilligen Feuerwehrleute durch verpflichtete Feuerwehrleute zu ergänzen. Das bedeutet, dass die Gemeinde geeignete Frauen und Männer zum Dienst in der Feuerwehr heranziehen kann.

Wangerooge war 2011 die erste Kommune in Niedersachsen, die eine zusätzliche Pflichtfeuerwehr auf den Weg gebracht hat. Doch zum Zuge gekommen war die Pflichtfeuerwehr-Satzung seitdem nicht: Vor acht Jahren hatte die parallel ebenfalls angelaufene Werbung um zusätzliche Freiwillige Erfolg gezeigt – zum Jahresbeginn 2012 hatte die Insel-Feuerwehr wieder 36 Aktive.

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Melanie Hanz Redakteurin / Gesamtleitung Friesland
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