Wangerland Kettenbrief und Fake oder ernsthafte Warnung – am Donnerstag machte per WhatsApp diese Meldung im Wangerland von Handy zu Handy die Runde: „Wir bekommen gerade Meldung intern von der Feuerwehr... es sind Leute unterwegs, die sich von Haus zu Haus durcharbeiten und kontrollieren wollen, ob die jetzt seit Januar gesetzlich vorgeschriebenen Rauchmelder vorhanden sind...nicht rein lassen und Polizei rufen. ...eine organisierte Verbrecherbande!“

Rauchmelder: Es gibt keine Kontrollen

Seit 31. Dezember 2015 sind in Niedersachsen Rauchmelder in allen Wohnungen vorgeschrieben – und zwar für alle Schlaf- und Kinderzimmer sowie für alle Flure, die als Rettungswege aus Aufenthaltsräumen dienen. Für den Einbau ist der Eigentümer bzw. der Vermieter verantwortlich, bei Mietwohnungen wird die Wartung in der Regel im Mietvertrag geregelt.

Ob Rauchmelder in selbst bewohnten Privathäusern eingebaut und funktionsfähig sind, wird n i c h t kontrolliert. Es gibt in Niedersachsen kein Kontrollorgan, das von Haus zu Haus geht, um die Umsetzung der Rauchmelderpflicht zu prüfen. Und schon gar nicht ist die Feu­erwehr dafür zuständig, zu kontrollieren, ob Rauchmelder in Wohnhäusern angebracht sind.

Auf jeden Fall gilt: Rauchwarnmelder können im Ernstfall Leben retten – allerdings nur dann, wenn sie funktionieren. Daher ist es wichtig, nicht nur auf die korrekte Installation zu achten, sondern sie auch regelmäßig zu warten und die Batterien auszutauschen.

Diese Meldung kursiert tatsächlich seit 2016 als Kettenbrief im Netz und wird in regelmäßigen Abständen über soziale Medien und Messenger-Dienste weit gestreut.

Laut Mimikama – Verein zur Aufklärung über Internetmissbrauch – handelt es sich um einen reinen Kettenbrief, „der jedoch laut Bremer Polizei auf einem real existierenden Vorfall beruht“: Damals hatte ein angeblicher Rauchmelder-Kontrolleur eine alte Frau um Wertsachen erleichtert. Mimikama hat sich 2011 gegründet, um Internetmissbrauch, Internetbetrug und Falschmeldungen bzw. Fakes entgegenzuwirken.

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Auch die Polizeiinspektion Wilhelmshaven-Friesland kennt diesen Kettenbrief – Sprecherin Andrea Papenroth weist darauf hin, dass unabhängig von einem aktuellen Vorkommnis ohnehin gilt: „Egal ob angebliche Elektriker, Wasserwerker, Rauchmelder-Kontrolleure oder sogar Polizeibeamte, die unangekündigt vor der Haustür stehen: Sie sollten niemals ins Haus und die Wohnung gelassen werden.“

Denn häufig handele es sich um Betrüger, die es auf Geld und Wertsachen abgesehen haben. Und immer wieder werden insbesondere alte Menschen Opfer dieser Betrugsmasche. „Wichtig ist in einem solchen Fall, sich den offiziellen Ausweis zeigen zu lassen, sich Hilfe von Nachbarn zu holen, aber auch die Polizei zu rufen“, rät Papenroth.

Doch wer kontrolliert eigentlich, ob Hauseigentümer ihrer gesetzlichen Pflicht, Rauchmelder anzubringen, nachgekommen sind? Tatsache ist: Es gibt keine Kontrollen. Weder Ordnungsamt noch Schornsteinfeger und schon gar nicht die Mitglieder der Feuerwehren sind dafür zuständig oder gar berechtigt. Heißt: Sollte tatsächlich einmal jemand vor der Tür stehen und behaupten, er wolle die Rauchmelder kontrollieren – Tür zumachen, Polizei rufen!

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Melanie Hanz Redakteurin / Gesamtleitung Friesland
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