Varel Norbert Plath besitzt nicht viel mehr als einen Schlafsack und ein Kofferradio. Wie jeden Sommer reist er in seinen Heimatort an die Ostsee. Hinter der Ahlbecker Kirche findet er einen geschützten Platz zum Schlafen. Der Obdachlose wird wach, als ihm ein Mädchen mit dem Feuerzeug ins Gesicht leuchtet. Wenig später ist dieses Gesicht von Fußtritten zerstört – ausgelöscht von Ahlbecker Jungnazis.

Sein Tod macht Norbert Plath für einen kurzen Moment berühmt. In den Schlagzeilen ist er „der erschlagene Obdachlose von Ahlbeck“. „Norbert Plath hat übrigens eine kurze Zeit in Varel gelebt“, sagt Wilhelm Wilken von der Ambulanten Wohnungslosenhilfe im Landkreis Friesland. Doch die wenigsten kennen seinen Namen und kaum jemand seine Geschichte. Auch in Friesland. Das könnte sich nun ändern.

Denn im Rahmen der in Westniedersachsen stattfindenden Aktionswoche von Caritas und Diakonie, in der auf die Situation von wohnungslosen Menschen hingewiesen werden soll, zeigt die Wohnungslosenhilfe der Diakonie am Dienstag, 13. November, den Dokumentarfilm „Tödliche Begegnung – das Leben des Norbert Plath“. Beginn ist um 16 Uhr in der Turmloge der Vareler Schloßkirche. Der Eintritt ist frei. Zur Vorführung mit Aussprache sind Betroffene, ehemalige Wohnungslose und alle interessierten Bürger eingeladen.

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Die Produktion des Hessischen Rundfunks von Sabine und Eckhard Mieder von 2001 zeichnet das Leben des Wohnungslosen Norbert Plath auf, der im Jahr 2000 von rechtsmotivierten Schlägern in Ahlbeck auf Usedom so schwer misshandelt wurde, dass er auf seiner „Platte“ verstarb.

„Die Wohnungslosenhilfe greift damit ein nach wie vor leider sehr aktuelles Thema auf, nämlich gewalttätige Angriffe auf Menschen, die auf der Straße leben“, sagt Wilhelm Wilken. Immer wieder fordere sie, dass in den Gemeinden und Städten flächendeckend ausreichend geeigneter Schutzraum zur Verfügung gestellt werden müsse.

Im Rahmen der Aktionswoche unter der Schirmherrschaft der Schauspielerin Jutta Speidel ist ein weiterer Filmtermin für die zweite Novemberhälfte geplant.

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Olaf Ulbrich Kanalmanagement (Ltg.) / Redakteur
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