Varel Ein Einbrecher braucht nicht mehr als einen langen Schraubenzieher, ein ganz normales Fenster und ein paar Sekunden – schon steht er in der Wohnung und kann sich nach Geld und Wertsachen umschauen. Um die Leute darüber aufzuklären, haben der Kreispräventionsrat und der Präventionsrat Varel wieder zur Einbruchschutzmesse im Famila eingeladen. Dort stellten Experten Sicherungsmöglichkeiten vor. An diesem Samstag geht die Messe von 10 bis 15 Uhr weiter.

Wie viele Einbrüche gibt es in Varel?

Tatsächlich sehr wenige – zumindest, solange man die Einbrüche in Einfamilienhäuser und Wohnungen betrachtet. 2017 gab es nur 39 Einbrüche und Einbruchsversuche. In diesem Jahr waren es bislang 34, wie Rainer Schönborn, Leiter des Polizeikommissariats Varel, erklärt. „Solche Zahlen haben wir seit 20 Jahren nicht mehr gehabt“, sagt er. Anders sehe es bei Einbrüchen in gewerbliche Immobilien aus. Die häuften sich derzeit.

Wo kommen Einbrecher am ehesten ins Haus?

Vor allem durch Terrassentüren und -Fenster. Die werden bei der Absicherung nämlich nicht nur oft vernachlässigt, wie Eugen Schnettler, Präventionsbeauftragter der Polizei Varel, erklärt, sondern da herrschen für Einbrecher in der Regel auch gute Bedingungen, weil die Grundstücke von hinten meist kaum einzusehen sind. Selbst wenn ein Nachbar also etwas hört, hat er kaum eine Chance, den Täter zu entdecken.

Welche Gegenmaßnahmen gibt es?

Gegen das Aufhebeln von Türen und Fenstern helfen neue Leisten und Pilzkopfverriegelungen. Die kann man auch nachrüsten. Kostenpunkt: 200 Euro pro Fenster. Bei einer Terrassentür können es auch mal 250 Euro werden, erklärt Gerold Dierks, der solche Sicherungssysteme selbst verbaut.

Abschrecken kann man Einbrecher mit einer Alarmanlage. Sensoren an Fenstern und Türen registrieren jede Öffnung und schlagen Alarm, das Licht geht an und es wird Krach gemacht, was dem Einbrecher ungewollte Aufmerksamkeit einbringt. Als weitere Möglichkeit gibt es eine Nachricht direkt aufs Handy oder ein zentraler Wachdienst, der rund um die Uhr aufpasst, wird alarmiert und nimmt sich der Sache an. Laut Carsten Frank von der Firma Eiben und Frank kostet so ein System zwischen 2500 und 3500 Euro für ein Einfamilienhaus.

Was kann man noch für den Einbruchschutz tun?

Die Augen offen halten, denn eine der besten Schutzmaßnahmen gegen Einbrecher sind aufmerksame Nachbarn. „Aufklärungsarbeit ist wichtig“, sagt Eugen Schnettler. „Aber dafür müssen die Leute aktiv werden.“ Sobald man etwas Verdächtiges sehe, könne man die Polizei rufen, die die Sache dann überprüfe. Von verdächtigen Fahrzeugen und Personen könne man auch Fotos machen – dabei sollte man aber möglichst nicht gesehen werden und die Bilder darf man nicht ins Internet stellen, sondern nur an die Polizei weiterreichen. Bei Kontrollen vor Ort finde die Polizei bei Verdächtigen immer wieder Einbruchswerkzeuge, die dann einkassiert werden und einigen Straftaten zugeordnet werden können, so Schnettler.

Auf keinen Fall sollte man selbst auf die Einbrecher zugehen – das ist zu riskant. Stattdessen sollte man die Polizei rufen, die Situation beobachten und das Licht einschalten. Selbst die Polizei versucht nicht mit einem einzigen Streifenwagen Einbrecher zu stellen, sondern rückt dafür mit Verstärkung an.


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Christopher Hanraets Varel / Redaktion Friesland
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