Varel Einbrecher verjagen, Ladendiebe an der Flucht hindern oder dafür sorgen, dass Graffitisprüher nicht noch mehr Wände beschmieren – Bürger, die couragiert einschreiten, sollen dafür auch Anerkennung bekommen. Die Bürgerstiftung Varel-Friesische Wehde hat am Mittwoch wieder Bürger ausgezeichnet, die nicht einfach weggeschaut, sondern etwas unternommen haben.

Einbrecher verjagt

So wie zum Beispiel Ole Luck. Er kam nachts von der Spätschicht nach Hause. „Wenn man so spät noch wach ist, kennt man die Geräusche, die dann zu hören sind“, sagt Ole Luck. Die Geräusche, die er gegen 2 Uhr nachts hörte, kamen ihm allerdings „komisch“ vor, es war ein lautes Knacken.

Also schaltete er draußen das Licht an. Sollte sich jemand an seinem Haus zu schaffen machen, werde das den Täter abschrecken. Aber die Geräusche blieben. Also alarmierte er die Polizei, ging mit Taschenlampe in den Garten und beobachtete von dort Einbrecher, die versuchten, in die benachbarte Bäckerei zu gelangen. Bis die Polizei eintraf, hatten die Täter – aufgeschreckt vom eingeschalteten Licht – die Flucht ergriffen.

Flucht vereitelt

An der Flucht gehindert hat Sabine Kundy einen jungen Dieb, der es auf das Sparschwein einer Apotheke in der Vareler Innenstadt abgesehen hatte. Die Mitarbeiter konnten den Täter zwar festhalten, der konnte sich aber losreißen und versuchte es wieder mit einer Flucht.

Dabei rannte der erst 14-Jährige auf Sabine Kundy zu, die in der Nähe ihr Fahrrad durch die Stadt schob. Sabine Kundy bemerkte das große Tohuwabohu – und dass der Täter versuchen würde, an ihr vorbeizurennen. Also schnitt sie ihm den Fluchtweg ab, indem sie ihm das Fahrrad in den Weg stellte. Der Täter geriet ins Straucheln und gab schließlich auf.

„Ich habe noch den ganzen Nachmittag gezittert wie Espenlaub“, erzählt Sabine Kundy. Am nächsten Tag bemerkte sie den Zeugenaufruf der Polizei in der Zeitung und meldete sich. Der Täter indes ist der Polizei bestens bekannt – und das schon seit seinem zwölften Lebensjahr.

Sprayer erwischt

Die Polizei schon auf der Schnellwahltaste haben Thorsten und Ingrid Kittel. Sie wohnen in der Nähe eines Windparks, der offenbar bei Graffiti-Sprayern sehr beliebt ist. Vom Garten aus konnten sie einen jungen Mann beobachten, der mit Kapuze und Rucksack Richtung Windpark unterwegs war und dort anfing, sich künstlerisch auszutoben. Ingrid Kittel rief die Polizei, die den Täter auch schnappte und im Rucksack neben den Spraydosen auch ein Messer fand.

Ein anderes Mal machten sich zwei Sprayer auf den Weg zum Windpark. Vor der Polizei versuchten sie sich im Graben zu verstecken. Allerdings wurden sie dabei von den Kittels beobachtet. So hatten die Beamten leichtes Spiel.

Vorsicht ist geboten

Bei aller Courage: Zuviel riskieren sollte man nicht, wenn man Kriminelle auf frischer Tat ertappt, raten Eugen Schnettler, Präventionsbeauftragter der Polizei Varel, und der Leiter des Kommissariats, Rainer Schönborn. Zwar laufen die allermeisten Einbrecher weg, wenn sie gesehen werden, wenn man sie aber in die Enge treibe, werde es riskant.

„Einbrecher haben meistens einen Schraubendreher und eine Brechstange dabei und können davon auch Gebrauch machen“, warnt Eugen Schnettler. Selbst wer Kampfsportler ist, sollte nichts riskieren, weil die Hemmschwelle zur Gewalt bei den Tätern deutlich niedriger sei. „Man hat mehr davon, wenn man beobachtet, wo die Täter hingehen.“

Außerdem ganz wichtig: Wer etwas beobachtet, sollte die Polizei am besten sofort anrufen und nicht erst am nächsten Tag – auch wenn es mitten in der Nacht ist. „Wir fühlen uns dadurch nicht gestört“, sagt Eugen Schnettler.

Die Dienststelle Varel ist 24 Stunden am Tag besetzt und ist unter Tel. 04451/9230 zu erreichen. Über die 110 landet man in der Leitstelle in Oldenburg, die dann die Beamten vor Ort alarmiert.

Christopher Hanraets Varel / Redaktion Friesland
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