Steinhausen Es ist nicht gerade leise direkt an der Steinhauser Straße. Das haben die Politiker des Bau-, Planungs- und Umweltausschusses der Gemeinde Bockhorn am Dienstagabend erlebt, als sie sich an der Altdeutschen Diele zur Ortsbegehung getroffen haben. Anlass war der Antrag einer Bürgerinitiative um Meinhard Wefer, die sich Maßnahmen zur Reduzierung des Verkehrslärms wünscht.

Wie laut darf die Landesstraße sein?

Bei der Besprechung vor der Altdeutschen Diele verstanden die Politiker immer dann, wenn Autos mit klappernden Anhängern oder Lastwagen auf der regennassen Straße vorbeifuhren, ihr eigenes Wort kaum. In anderen Momenten, wenn kein Auto vorbeifährt, ist es in Steinhausen mucksmäuschenstill. Verkehrslärm wird deswegen auch nicht gemessen, sondern berechnet, sagte Thorsten Hinrichs von der Verkehrsbehörde des Landkreises.

In einem Dorfmischgebiet wie Steinhausen darf der berechnete Verkehrslärmwert am Tag 72 Dezibel und in der Nacht 62 Dezibel nicht überschreiten. Ob das in Steinhausen der Fall ist, muss jetzt geklärt werden.

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Was ist, wenn die Straße zu laut ist?

Berechnet wird der Verkehrslärm bei der Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr in Aurich. Als Vertreter der Landesstraßenbaubehörde war Heiko Schürmann dabei. Er sagte, wenn alles nach Plan läuft, müssten die Ergebnisse in der ersten Septemberhälfte vorliegen.

Aber was ist, wenn der Verkehr auf der Landesstraße durch Steinhausen lauter ist, als er sein darf? „Dann müssen wir reagieren“, sagte Thorsten Hinrichs. Was genau dann passiert, ist nicht geregelt. Denkbar wäre ein Tempo-Limit von 30 Stundenkilometern, aber ob das überhaupt zu weniger Lärm führen würde, muss ebenfalls berechnet werden. Bodenschwellen, die die Autofahrer zum Abbremsen zwingen würden, kommen auf einer Landesstraße nicht in Frage, sagte Heiko Schürmann.

Theoretisch denkbar wäre außerdem eine Asphaltdecke über dem Klinker. Peter Töllner vom Bürgerverein Steinhausen sagte aber: „Die Leute fahren gar nicht so schnell. Wenn auf der Straße jetzt eine Asphaltdecke aufgezogen würde, um den Lärm zu reduzieren, wäre das sicher anders und es würde viel schneller gefahren werden.“ Da gab ihm Klaus Harms von der Polizeiinspektion Friesland/Wilhelmshaven, der bei der Begehung dabei war, Recht: „Sobald Sie irgendwo eine Klinkerstraße asphaltieren, wird sofort erheblich schneller gefahren.“

Was ist, wenn die Grenzwerte eingehalten werden?

Bodenschwellen und eine Asphaltdecke sind also keine Lösung. Zumal der Bürgerverein sehr glücklich über das Ortsbild mit der Klinkerstraße sei, sagte Peter Töllner.

Wenn die vorgeschriebenen Dezibel-Werte überschritten werden, stünde eine Tempo-30-Zone zur Debatte. Aber was, wenn nicht?

Wenn die berechneten Werte unter den Grenzwerten liegen, hat der Bürgerverein eine Idee: „Wir hätten gerne digitale Verkehrsdisplays“, sagte Peter Töllner.

Auf diesen Displays erscheinen entweder lachende Smileys oder grimmig schauende Gesichter, je nachdem, wie schnell ein Autofahrer fährt. Zwei dieser elektronischen Tafeln stehen an der Bundesstraße in Neuenburg – bezahlt hat sie die Gemeinde Zetel. „Diese Displays würden sicher viele Autofahrer dazu ermuntern, langsamer zu fahren, freiwillig Tempo 30“, sagte Töllner. Diese Idee findet auch Klaus Harms von der Polizei gut.

Wie geht es nach der Begehung weiter?

Jetzt wollen Verwaltung und Politik der Gemeinde Bockhorn erstmal die Ergebnisse der Berechnungen abwarten. In die Berechnungen werden auch die vielen Verkehrsmessungen einfließen, die die Gemeinde Bockhorn mit einem unauffälligen Viacount-Gerät an der Landesstraße gemacht hat. Wenn die Ergebnisse vorliegen, wird das Thema erneut im Ausschuss behandelt. Dann werden die Politiker darüber sprechen, wie es gelingen kann, den Verkehrslärm für die Anwohner der Landesstraße in Steinhausen zu reduzieren.

Sandra Binkenstein Varel / Redaktion Friesland
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