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Wangerooge /Wangerland Es war ein dramatischer Einsatz für einen Hund und seinen Besitzer: Gegen 0.35 Uhr erhielt Jörg Schlüter aus Tettens vom Verein Tierrettung Friesland einen Anruf von der Seenotrettungsleitstelle der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) in Bremen: Dort war ein Notruf von einem Wangerooge-Urlauber eingegangen, dessen Hund alle Anzeichen einer Magendrehung zeigte.

Bei der Magendrehung, dreht sich der Magen des Hundes um die eigene Achse – betroffen sind insbesondere große Hunde. Dabei werden Blutgefäße, Magen, Darm und Speiseröhre abgeschnürt – der Kreislauf kollabiert. Wird nicht schnellstens operiert, stirbt der Hund.

Schlüter sagte zu, den Hund im Hafen Harlesiel zu übernehmen und den Weitertransport zu einem Tierarzt zu organisieren. Sofort setzten die Seenotretter die Besatzung des Wangerooger Rettungsboots „Wilma Sikorski“ in Gang. Die ehrenamtliche Besatzung zögerte keine Sekunde: Bereits nach wenigen Minuten war das Seenotrettungsboot einsatzklar und mit dem Hovawart „Monty“ und seinem Besitzer an Bord auf dem Weg ans Festland nach Harlesiel.

Dort warteten schon die Ehrenamtlichen der Tierrettung Friesland auf den tierischen Krankentransport. Sie übernahmen den Hund und brachten ihn in die Tierklinik Oldenburg – kein Tierarzt in der Nähe sah sich in der Lage, die rettende Not-Operation durchzuführen.

Nur 40 Minuten nach Übernahme konnten die Tierretter den Hund in der Tierklinik abliefern; die sofortige Untersuchung bestätigte die anfängliche Diagnose der Magendrehung, das Tier wurde umgehend in der Nacht noch notoperiert.

„Der Hund hat die nächtliche OP gut überstanden und ist auch zwischenzeitlich aus der Narkose wieder erwacht“, berichtete Jörg Schlüter am Sonntag.

Der Hundebesitzer ist dankbar und erleichtert: „Hätten die Seenotretter nicht so schnell reagiert, wäre Monty tot. Vielen herzlichen Dank für den Einsatz“, sagte er.

Der Verein Tierrettung Friesland, der Mitte Juli den Echtbetrieb aufgenommen hat, dankt besonders der Seenotrettungsleitstelle für die perfekte Koordination und der Besatzung der „Wilma Sikorski“, die diesen Einsatz, der nicht zum regulären Aufgabenbereich der DGzRS gehört, durchgeführt hat. „Wir freuen uns über die hervorragend gute Kooperation mit der Seenotrettung“, betont Schlüter. Der Einsatz habe gezeigt, wofür die Tierrettung Friesland einsteht: „Unser Ziel ist, im Notfall für Tier und Besitzer da zu sein, um dem Tier eine schnelle Versorgung zu sichern.“