Schortens Hochsommerliche Temperaturen von mittlerweile über 30 Grad, dazu wochen- oder sogar monatelange Trockenheit: Mensch und Natur werden vom Sommer 2018 richtig in den Schwitzkasten genommen. Hitze und Trockenheit lassen auch die Waldbrandgefahr steigen – die Niedersächsischen Landesforsten haben daher jetzt auf die besonderen Gefahren hingewiesen und unter anderem ein absolutes Rauchverbot in Wäldern angeordnet. „Uns rufen zunehmend besorgte Bürger an, die in dieser Situation noch rauchende Mitbürger im Wald antreffen“, so Eckhart Janßen vom Forstamt Neuenburg. Das Forstamt ist auch für den Forst Upjever zuständig.

Waldbrandgefahr

Es ist brandgefährlich, bei der aktuellen Wetterlage in den Wäldern zu rauchen oder anders mit offenem Feuer zu hantieren. Auch Fahrzeuge sollten nicht auf trockenem Gras abgestellt werden, da dieses schnell in Brand geraten kann. Ei­ne aus dem Auto geworfene Zigarettenkippe kann zu Böschungsbränden führen, die sich in den Wald ausbreiten können. Etwaige Brände sind sofort über Notruf 112 zu melden.

Reserven aufgebraucht

Vielerorts sind die Wasserreserven aus dem Frühjahr aufgebraucht, so dass die Bodenvegetation im Wald, aber auch an Straßenböschungen und Wegerändern knochentrocken wird und damit für die Entstehung eines Feuers aus Unachtsamkeit höchste Gefahr besteht. Im gesamten Weser-Ems-Raum ist für diese Woche die zweithöchste Waldbrandgefahrenstufe vorhergesagt, sagt Janßen. Da es hier im Nordwesten keine besondere Waldbrandüberwachung gibt, kommt den Waldbesuchern eine besonders hohe Eigenverantwortung zu.

Der letzte Waldbrand im Jeverland liegt schon eine Weile zurück: Im Forst Upjever hat es vor rund zehn Jahren gebrannt, erinnert man sich bei der Feuerwehr Schortens. „Damals herrschte noch Flugbetrieb auf dem Fliegerhorst Upjever. Personal aus dem Tower hat den aus dem Wald aufsteigenden Rauch gemeldet“, so der heutige Stadtbrandmeister Egon Onken. Gegenüber vom Waldschlösschen sei man mit den Löschfahrzeugen in den Wald, die Bundeswehr half mit ihren geländegängigen Fahrzeugen. Der Waldbrand war schnell gelöscht, die Schäden hielten sich in Grenzen.

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Noch länger zurück liegt ein Waldbrand, der in den 1980er Jahren im Bereich der Einflugschneise-Ost entstanden war. Brandursache: eine unglückliche Teenagerliebe. Ein Junge hatte seiner 14-jährigen Freundin die Liebe gekündigt und die hatte daraufhin einen Liebesbrief im Wald verbrannt. Das Feuer geriet schnell außer Kontrolle. Auch in diesem Fall war die Ortswehr schnell zur Stelle und verhinderte Schlimmeres.

Echtes Problem

Tatsächlich gehört das Bekämpfen eines Waldbrandes nicht zum Übungsszenario der hiesigen Feuerwehren, wie eine Nachfrage der NWZ bei Orts- und Stadtbrandmeistern ergab. „In der Tat sollte man solch ein Szenario künftig für den Fall der Fälle in unsere Übungen mit einplanen“, meint Schortens’ Stadtbrandmeister Egon Onken.

Ein Brand im Forst Upjever wäre ein echtes Problem, räumt Onken ein. Ohne ein offenes Gewässer in der Nähe ist die Wasserversorgung eine echte Herausforderung, weil bei solch einer Wetterlage wohl auch die Krickmeere und das Engelsmeer nicht viel hergeben. Bei der Gaststätte „Brauner Hirsch“ bei Dose gibt es einen Saugbrunnen.

Löschwasser müssten bei einem Waldbrand je nach Größe und Lage vor allem die Tanklöschfahrzeuge heranschaffen. 2800 Liter fasst der große der örtlichen Feuerwehr. „Im Fall der Fälle müssten wir Hilfe vom Flugplatz in Wittmund anfordern – dort steht ein 8000-Liter-Wasserwerfer“, so Egon Onken. Mit Blick auf die heißer werdenden trockenen Sommer sei das auf jeden Fall ein Thema, das die Feuerwehr im Blick behalten sollte, so die Stadtbrandmeister.

Seit den großen Waldbränden aus den 70er Jahren gibt es bei den Forstämtern Waldbrandeinsatzkarten, in denen auch die Löschwasserentnahmestellen verzeichnet sind, sagt Rainer Städing, unter anderem Sprecher für das Forstamt Neuenburg. Grundsätzlich sei der küstennahe Raum klimatisch bedingt weniger waldbrandgefährdet als etwa die Flächen im Süden und Südosten des Landes, wo die Luft viel trockener ist. Kiefernwäldern auf sandigen Böden trockneten schneller aus.

Wegen dieser erhöhten Gefahr gibt es im ost-niedersächsischen Tiefland ein Waldbrand-Früherkennungssystem. Dort überwachen Kameras 400 000 Hektar Wald. Ab Waldbrand-Warnstufe 3 ist die Waldbrand-Überwachungszentrale in Lüneburg mit speziell geschulten Forstwirten besetzt. Bei einem Brandereignis wird sofort die Feuerwehrleitstelle benachrichtigt und mit Informationen versorgt. Die Kameras sind in 30 bis 65 Metern Höhe an Funkmasten oder Feuerwehrtürmen installiert. Die Sensoren reagieren sensibel auf die Veränderung von Grautönen, wie etwa bei Rauchwolken.

Das atlantisch geprägte Klima sowie Baumbestand und Boden seien mit Blick auf die Waldbrandgefahr auf jeden Fall günstiger. Dennoch sollte auch im Forst Upjever Vorsicht gelten: Rauchen im Wald ist jetzt absolut tabu.

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Oliver Braun Agentur Hanz / Redaktion Jever
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