Jeverland Jevers Mini-Kreisel an der Mühlenstraße, Höhe Am Tivoli ist vielen Autofahrern, Radfahrern und auch manchem Vertreter im Stadtrat schon lange als verkehrspolitische Fehlplanung ein Dorn im Auge. Zu klein, um als Kreisel richtig wahrgenommen zu werden, kommt es dort immer wieder zu brenzligen Situationen zwischen Autofahrern und auch mit Radfahrern. Entsprechend häufig passieren dort Unfälle.

Sieben Verkehrsunfälle hat es am Minikreisel 2015 gegeben, fünf waren es 2016. Meist sind Unaufmerksamkeit beim Ein- und Abbiegen und Vorfahrtsverletzungen Unfallursache. Bei etwa jedem zweiten Zusammenstoß sind Radfahrer beteiligt. Einen Schwerverletzten und neun Leichtverletzte hat es am Tivoli-Kreisel in den vergangenen zwei Jahren gegeben.

Wo es in Friesland am häufigsten scheppert

Jever: Mühlenstraße Höhe Am Tivoli und Friedrich-Barnutz-Straße (Tivoli-Kreisel) sowie Schillerstraße Ecke Wangerländische Straße

Schortens: Ortsteil Roffhausen, Kreuzung B 210 und L 815 (Orbis-Kreuzung)

Sande L 815 und K 312 (Kreisel „Sander Ei“)

Wangerland: keine Unfallhäufungsstellen; Problem: ruhender Verkehr an der Goldstraße in Horumersiel

Varel: B 437 im Kreuzungsbereich Helmut-Barthel-Straße/Gertrud-Barthel-Straße sowie B 437 L 819 im Kreuzungsbereich Neue Straße

Bockhorn: Kreuzungsbereich L 815 und L 816 (Blauhand)

Sieben Gefahrenstellen

Für die Polizei gehört der Mini-Kreisel daher zu den so genannten Unfallschwerpunkten im In­spekti­ons­gebiet. Und für Polizeihauptkommissar Klaus-Rüdiger Harms, Sachgebietsleiter „Verkehr“ bei der Polizei­inspektion Wilhelms­haven- Friesland, kann es daher nur eine Schlussfolgerung geben: „Der Kreisel muss weg.“ Das sagte er bei der Vorstellung der Verkehrsunfallstatistik und der Vorstellung der Gefahrenstellen jetzt im Ausschuss für Bauen, Feuerschutz und Mobilität des Landkreises Friesland. Eine Kreuzung mit Bedarfsampel für die Fußgänger wäre aus Sicht der Polizei die bessere Lösung.

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Harms ist mit der Entwicklung der Unfallzahlen im Kreisgebiet insgesamt auch nicht zufrieden: Mit 2286 Unfällen hat es 2016 einen Zehnjahres-Höchststand gegeben. Glücklicherweise kam dabei im vergangenen Jahr „nur“ ein Mensch ums Leben. „Das wiederum ist der geringste Wert seit zehn Jahren“, sagte Harms. Eine 77-Jährige verunglückte in Sande tödlich, als sie mit ihrem Fahrzeug am Oldenburger Damm auf die Berme geriet, den Lenker verriss und sich überschlug. 2017 ist die geringe Zahl der Verkehrstoten des Vorjahres schon nicht mehr zu halten, so der Polizeihauptkommissar: In den ersten vier Monaten starben auf Frieslands und Wilhelmshavens Straßen bereits zwei Menschen.

Zu den Unfallhäufungsstellen in Jever zählt auch der Kurvenbereich Schillerstraße/ Einmündung Wangerländische Straße am Ortsausgang zwischen Brauhaus und Gewerbegebiet. „Hier herrschte viele Jahre lang Ruhe, seit kurzem kracht es dort aber häufiger“, berichtete Harms. Neun Unfälle haben sich dort 2016 ereignet. Klaus Rüdiger Harms regte an, dort über eine Linksabbiegerspur nachzudenken.

In Schortens herrscht auf der alten Bundesstraße inzwischen Ruhe, so der Verkehrsexperte der Polizei weiter. Das gelte allerdings nicht für den Kreuzungsbereich von B 210 und L 815, die so genannte Orbis-Kreuzung in Roffhausen. Dort hat es 2015 elf Unfälle gegeben, 2016 hat es dort neunmal gescheppert. Meist Auffahrunfälle. „Durch die Bauarbeiten auf der Autobahn hat es dort viel Verkehr gegeben, das könnte eine Ursache sein“, so Klaus-Rüdiger Harms. Die Polizei werde die Kreuzung auf jeden Fall verstärkt in den Blick nehmen. Für das hohe Verkehrsaufkommen an dieser Stelle sei das Unfallgeschehen aber durchaus auch „noch okay“.

Der Blick nach Sande zeigt: Dort ist das so genannte Sander Ei, der Kreisverkehr zwischen Hauptstraße, Bahnhofstraße und Oldenburger Damm (L 815 und K 312) der Ort, an dem es im Gemeindegebiet am häufigsten zu Unfällen kommt. Die sind bislang glücklicherweise auch alle eher glimpflich ausgegangen. Da aber oft Radfahrer beteiligt sind, könnte es auch mal zu schlimmeren Unfallfolgen kommen. Eine Ursache könnte sein, dass der Radweg an der östlichen Seite weiter weg von der Fahrbahn verläuft und die Radfahrer für eine Weile aus dem Blickfeld der Autofahrer verschwinden.

Insgesamt unauffällig

Relativ ruhig ist es Harms zufolge im Wangerland: Kritik gab es allenfalls an der zu engen Goldstraße in Horumersiel; dort sind die Parkbuchten so eng, dass Fahrzeuge und Lieferverkehr zum Teil in die Fahrbahn hineinragen. Beim Vorbeifahren wird mal ein Spiegel abgefahren oder eine Schramme in die Tür gefahren. Wegen der Enge wird entsprechend langsam gefahren, dennoch schrammt es zuweilen. Dort müsste baulich etwas passieren.

Die meisten Unfälle ereignen sich ohnehin beim Ein- und Ausparken. Der Parkplatzrempler mit geringem Blechschaden führt die „Hitliste“ in der Unfallstatistik an.

Glücklicherweise kein Thema sind Schulwegunfälle (elf in 2016) und Baumunfälle. Zugenommen haben die Unfallfluchten, vor allem nach Bagatellunfällen. Und bei den Unfallbeteiligten spielten Senioren eine große Rolle.

Im Südkreis ist die B 437 im Bereich Varel ein Unfallschwerpunkt (siehe Infokasten). Im Vergleich zu Wilhelmshaven steht Friesland aber gut da, so Harms: Sieben Unfallhäufungsstellen gibt es in Friesland, 18 sind es in Wilhelmshaven. Und da kracht es dann auch schon 25- bis 30-mal in Jahr.

Oliver Braun Agentur Hanz / Redaktion Jever
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