Crildumersiel Wohnhausbrand in Crildumersiel, zwei Personen vermisst – so lautete die Alarminfo, die die Leitstelle Friesland-Wilhelmshaven am Sonnabend um 14.17 Uhr an die Feuerwehren Minsen, Waddewarden und Hooksiel herausgab. Auch die Rettungswache Wangerland in Hohensminde wurde alarmiert – die beiden Retter waren nach sieben Minuten die ersten an der Einsatzstelle und zogen zunächst lange Gesichter, als sie feststellten, dass es sich um eine Übung handelte.

Die Freiwilligen Feuerwehren rückten mit Großaufgebot an: 45 Einsatzkräfte und acht Fahrzeuge waren im Einsatz, um den im Keller des leerstehenden Gebäudes ausgebrochenen Brand zu löschen und die Vermissten zu retten. Das Feuer hatte sich schnell aufs gesamte Haus ausgebreitet, die Bewohner hatten sich ins Obergeschoss gerettet.

Die Einsatzkräfte begannen unter schwerem Atemschutz umgehend mit der Suche nach den Eingeschlossenen. Sie wurden per Steckleitern durch zwei Fenster gerettet – wie sich herausstellte, hielten sich im brennenden Haus sieben Personen auf: Sieben Kinder und Jugendliche der Jugendfeuerwehr Hohenkirchen ließen sich gerne retten und zum Rettungswagen tragen.

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Dort nahmen sich die beiden Rettungskräfte Zeit, um den Kindern die Technik im Rettungswagen zu erklären, machten EKGs und zeigten, wie die Sirenen bedient werden.

Währenddessen ging die Brandbekämpfung im Haus weiter – nach einer knappen Stunde konnten die Freiwilligen die Schläuche wieder zusammenrollen und abrücken.

Vom Hohenkirchener Einsatzleitwagen aus koordinierte Manuel Emken die Wasserversorgung: Seit August erprobt die Feuerwehr eine interaktive Einsatzkarte. Sie zeigt genauestens die Situation vor Ort an: Wo sind die nächsten Hydranten und andere Wasserstellen, wie breit sind die Zufahrtsstraßen, sind sie möglicherweise gewichtsbeschränkt oder mit Pollern abgesperrt – alles das ist erfasst.

Die Idee zu der interaktiven Einsatzkarte hatte die Gruppe Bahnrettung im Katastrophenschutzzug Friesland, erklärte Hohenkirchens Ortsbrandmeister Eike Eilers. Die „Küstenschmiede“ in Jever hat die Karte programmiert, die auf Street Map basiert, alle Feuerwehren haben Informationen eingepflegt. „Der Großbrand in Landeswarfen war der erste Ernstfall für das Programm – und es hat sich bewährt“, sagt Eilers: Innerhalb zwei bis drei Minuten stand fest, dass die beste und schnellste Wasserversorgung von Hohenkirchen aus zu legen ist, erklärte er.

Das Programm steht allen Rettungsorganisationen in Friesland, neben den Feuerwehren unter anderem DRK, DLRG und THW, zur Verfügung.

Insgesamt zufrieden waren nach der Übung auch Hooksiels Ortsbrandmeister Jörg Nöchel, Einsatzleiter bei der Übung, und die drei beteiligten Ortsbrandmeister Florian Harms (Waddewarden), Norbert Freymuth (Minsen) und Eike Eilers (Hohenkirchen): „Die Zusammenarbeit der drei Feuerwehren und des Einsatzleitfahrzeugs aus Hohenkirchen klappte sehr gut.“ Weitere Übungen sollen folgen, um die Routine weiter zu festigen. Ein besonderer Dank Nöchels geht an seinen Stellvertreter Patrick Obst für die Übungsvorbereitung und an die Familie Haschen, die das Gebäude zur Verfügung gestellt hatte.

Auf der Fahrt zum Einsatz waren die Wehren Minsen und Hohenkirchen noch an einem Auffahrunfall bei Altebrücke vorbeigekommen. Da niemand ernstlich verletzt war, konnten die Kameraden aus Minsen ihre Fahrt fortsetzen. Die Besatzung des Einsatzleitwagens blieb noch kurz an der Unfallstelle, bis die Polizei eintraf.


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Melanie Hanz Redakteurin / Gesamtleitung Friesland
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